Wenn das Wörtchen „ABER“ nicht wäre

„ABER ich wollte…“, das war die Antwort meines Enkels, als er mit dem Rad auf die Straße gefahren ist und das „Stopp, bleib stehen“ überhörte.

Gleich am Anfang der Jonageschichte fiel mir auf, dass da auch ein ABER steht.

Da machte sich Jona auf den Weg, aber genau in die andere Richtung. Er wollte vor dem Herrn nach Tarschisch fliehen. Jona 1,3

Jona bekam den Auftrag von Gott, in die Stadt Ninive zu gehen, um die Menschen auf ihr böses Tun aufmerksam zu machen und ihnen ins Gewissen zu reden. Jona machte sich auf, aber in die entgegengesetzte Richtung. Und zur rechten Zeit  liegt das richtige Schiff am Kai.

Na, wenn das keine glückliche Fügung ist. Kein fremder Gedanke oder?

Und so reden wir uns oft ein, dass doch unser von Gott vorgegebener Weg ganz anders aussieht und laufen los, so wie Jona in die andere Richtung. Allerdings ist hier Vorsicht angesagt: Was wir schnell als Fügung oder geöffnete Tür deuten, kann uns dazu verleiten, aufs falsche Pferd zu setzen. Ich bin sehr froh, dass mir in dieser Geschichte eines klar wird: Gott lässt sich nicht so einfach abschütteln.

Der Dichter Friedrich Rückert sagte : „Vor Gott ist keine Flucht als nur zu ihm.“ Und David formulierte es in Psalm 139,7 so:  Wohin könnte ich gehen vor deinem Geist, wohin fliehen vor deiner Gegenwart? Auch Jona kann sich nicht klammheimlich vor Gott aus dem Staub machen. Gott geht mit in die falsche Richtung. Nicht, weil der Herr seine Meinung geändert hatte, nein, er möchte Jona wieder in die richtige Spur bringen.

Auf dem Schiff angekommen legt sich Jona erst einmal zum Schlafen.  Mir scheint, dass Jona kein schlechtes Gewissen hatte, denn er fand Ruhe und schlief fest ein. Bei diesem Gedanken ertappe ich mich selbst: der Besuch, der schon längst überfällig ist – das Gespräch, welches unbequem werden kann – die ungewollte Ruhe, die mich zum Umdenken ermahnt – die Verantwortung, die mir zu groß erscheint. All das sind Beispiele, wo ich davon gelaufen bin und darauf hoffte, dass alles im Sande verläuft. Doch da machte ich immer wieder mit Gottes Autorität und Souveränität Bekanntschaft.

So auch bei Jona.

Gott greift ein und lässt einen großen Sturm aufkommen. Ja, er ist der Schöpfer und so steht Gott die Schöpfung stets zu Diensten. Das können wir sehr oft in der Bibel lesen, welche Macht unser Herr über Himmel, Erde und Meere  hat.

Schließlich geht es hier um Leben und Tod, nicht nur bei der Schiffsbesatzung, sondern auch bei Gottes Auftrag an Jona. Ja, es geht insbesondere um die Menschen in der Stadt Ninive.

Welche teilweise schwerwiegenden Folgen es doch hat, wenn wir vor den von Gott an uns gestellten Aufgaben davonlaufen. Für mich ist diese Überlegung sehr ernüchternd und zugleich ein Anreiz, auch die unangenehmen oder undankbaren, schweren oder herausfordernden Aufgaben für und mit meinem Gott anzugehen.

Ein Gedanke, der mich noch beschäftigt ist, dass Jona sich das Weglaufen was kosten ließ. Er zahlte den Fahrpreis für die Schiffsreise. Nicht nur Jona, sondern auch wir täuschen uns, wenn wir uns aus Gottes Gemeinschaft entfernen. Wir zahlen drauf.

Doch unser Gott zahlte für all seine Wegläufer ( mich und dich) den größten Preis. Er hat es sich seinen eigenen Sohn kosten lassen.  Warum, weil er uns über alles liebt.

 

Es grüßt euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

„Das stinkt zum Himmel“

Jona 1, 1-3

 Der Herr schickte Jona, dem Sohn von Amittai, folgende Botschaft:

 »Mach dich auf den Weg und geh in die große Stadt Ninive! Ruf aus, was ich gegen sie vorbringen muss, denn ihre Bosheit stieg bis zu mir hinauf!«

 Doch Jona machte sich auf den Weg, um vor dem Herrn nach Tarsis zu fliehen. Er ging hinunter nach Jafo, wo er ein Schiff fand, das nach Tarsis auslief. Er bezahlte die Überfahrt und ging an Bord, um nach Tarsis zu kommen. Er wollte weg vom Angesicht des Herrn.

 

Wer von uns möchte schon schlechte Nachrichten überbringen. Vor allem, wo ist da der liebende Gott zu sehen und zu spüren?!

Wir kennen diese Rede „das stinkt bis zum Himmel“. Immer dann, wenn wir das Gefühl haben, dass da etwas nicht stimmt, Lüge oder Vergehen, das verschmitzte Lachen eines Kindes, was uns Eltern gleich alarmiert….

So erging es auch Gott, als er dem Propheten Jona den Auftrag erteilte. Den Menschen in Ninive ging es gut, sie lebten in Frieden und Wohlstand. Doch sie waren ein grausames Volk, das die Israeliten schon oft gequält hatte. Und Gott drückte es sehr klar aus: „ihre Bosheit stieg bis zu mir hinauf“ oder man kann sagen „Es stinkt bis zum Himmel“.

Doch wie kann Gott die Menschen in Ninive lieben und gleichzeitig Worte an sie richten, die sich „gegen“ sie wenden? Dazu müssen wir einen Sprung ins Neue Testament machen. Da sagt Jesus zu den Pharisäern, die sich empören, dass Jesus sich mit Zöllnern und Sündern zu Tisch setzt: »Denn ich bin für die Sünder gekommen und nicht für die, die meinen, sie seien schon gut genug.« Matthäus 9, 13

Das macht deutlich, Gott ist nicht gegen die Sünder, sondern gegen die Sünde.

Wie geht es dir damit, wenn du diese Verse im 21. Jahrhundert liest? Ist es nicht so, dass wir lieber sonntags im Gottesdienst einladende, wohlwollende, tröstende, verständnisvolle Predigten hören wollen? Sich einen Vortrag über Sünde oder Buße anzuhören, das ist doch eine Zumutung. Kirchen und Gemeinden, die so etwas predigen, müssen wohl sehr gesetzlich und konservativ sein.

Die Bibel ist voll von liebenden und tröstenden sowie von einladenden Worten. Eins meiner Lieblingsworte ist: Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern das ewige Leben hat. Johannes 3,16

Erkennen wir, wie wichtig es ist, die Wahrheit über uns und unsere Sünden zu erfahren? Wenn es nicht so wäre, würde es uns das Leben kosten. Denn unser Herr und Heiland möchte, dass keiner verloren geht, sondern das ewige Leben hat.

Jona geht es nicht anders als uns, er soll eine schwere Nachricht übermitteln und hat Angst vor der Reaktion der Menschen darauf. Auch der Gedanke, dass die Menschen in Ninive es sogar verdienten, die Strafe Gottes zu spüren, ist in menschlicher Sicht verständlich. Jona versucht jedoch,  vor der Aufgabe und vor Gott zu fliehen. Wie oft haben wir schon die Flucht ergriffen, weil wir meinten, nicht verstanden zu werden, oder sind Gott und den Menschen aus dem Weg gegangen, um ja nicht Rede und Antwort stehen zu müssen.

Jona vergaß, dass der Wille Gottes Ausdruck seiner Liebe ist und dass Gott ihn nach Ninive gerufen hat, weil er sowohl Jona als auch den Bewohner von Ninive lieb hat. Gott möchte, dass jeder Mensch von der befreienden Botschaft Gottes erfährt. Und genau deshalb ist es so entscheidend, von der ganzen Wahrheit des Evangeliums zu hören und zu reden.  Wir sollten uns davor hüten, selbst zu entscheiden, mit welchen Worten Gott zu uns reden darf. Wir alle brauchen die ganze „heilsame Lehre Gottes“.

Ich wünsche dir, dass du die heilsame Botschaft Gottes spüren kannst und dein Herz sich an Gott freut.

 

Mutig komm ich vor den Thron

Allein durch Gnade steh ich hier
Vor deinem Thron, mein Gott bei Dir
Der mich erlöst hat, lädt mich ein
Ganz nah an seinem Herz zu sein
Durchbohrte Hände halten mich
Ich darf bei Dir sein ewiglich

Will mich mein Herz erneut verdamm‘n
Und Satan flößt mir Zweifel ein
Hör ich die Stimme meines Herrn (o oh oh)
Die Furcht muss fliehen, denn ich bin sein

Oh preist den Herrn, der für mich kämpft
Und meine Seele ewig schützt

Mutig komm ich vor den Thron
Freigesprochen durch den Sohn
Dein Blut macht mich rein
Du nennst mich ganz Dein
In Deinen Armen darf ich sein

Sieht doch, wie herrlich Jesus ist
Der alle Schönheit übertrifft
Die Liebe in Person ist hier
Gerecht und treu steht er zu mir

All unser Lob reicht niemals aus
Ihn so zu ehrn, wie’s ihm gebührt

Hast du gehört?

 

Das Gleichnis vom Bauern, der die Saat ausstreute

Wieder einmal fing Jesus an, am Ufer des Sees zu lehren. Die Menschenmenge, die ihn umdrängte, war jedoch so groß, dass er in ein Boot stieg, sich setzte und von dort aus zu ihnen sprach. Er brachte den Menschen seine Lehre nahe, indem er ihnen viele Gleichnisse wie das folgende erzählte: »Hört zu! Ein Bauer ging hinaus, um zu säen. Manche der Samenkörner, die er auf dem Feld ausstreute, fielen auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Andere fielen auf eine dünne Erdschicht mit felsigem Untergrund. Die Pflanzen keimten, doch unter der heißen Sonne verdorrten sie rasch und starben ab, weil die Wurzeln in der dünnen Erdkruste keine Nahrung fanden. Andere fielen unter die Dornen, die rasch in die Höhe schossen und die zarten Halme erstickten, sodass sie keine Ähren trugen. Wieder andere fielen auf fruchtbaren Boden und brachten eine Getreideernte mit dem dreißig-, sechzig-, ja hundertfachen Ertrag ein.« Und er schloss mit den Worten: »Wer hören will, der soll zuhören und begreifen!«

Als ich in der Bibel lass wie Jesus seine Predigt mit den Worten “Hört zu“  begann, musste ich schmunzelt, es erinnerte mich an manche Unterhaltungen mit meinen Kindern. Nicht immer weiß ich, ob mir richtig zugehört wird. Oder ich bekomme keine Antwort auf meine Frage, dann sage ich oft: „ Hast du gehört?“ und schon kann ich ein Kopfnicken oder sogar eine Antwort erwarten. Jesus möchte den Menschen eine Botschaft auf den Weg mitgeben, da sie Lebensnotwendig ist, will er das so wenig wie möglich von seinen wertvollen Wörtern verloren gehen. Dafür schaffte Jesus mit seinen Jüngern zusammen , die best möglichen Bedingungen. Und das war von Bot aus zu reden, da Wasser den Schall trägt.

„Das Eigentliche, das Entscheidende, das, worauf es ankommt, damit Gottes Reich seinen Weg in der Welt nimmt, ist das Hören.“ Ein Zitat von Karl- Heinz Bormuth.

Last uns nun hören was uns Jesus sagen möchte in diesen Gleichnis. Jesus spricht in Bildern, die zu der damaligen Zeit aus den Alltag bekannt waren und sofort verstanden worden. Nun, so manchmal ist das für uns nicht mehr so einfach. Schon ist für Viele der Sämann nicht so geläufig. Bei uns auf den Land übernimmt das eine Maschine mit den Namen PS 500 M2. Sie schafft es ganz genau den Samen in Reihe und Glied unter die Erde zu bringen. Da fehlt wenig auf den Wegen oder unter Dornen von den Saatgut. Aber doch kann ich es gut nachvollziehen, beim Düngen per Hand von unseren Rasen ist eine Woche später ganz gut zu sehen wo mehr oder weniger Dünger hingefallen ist. Und so ging es auch diesen Sämann. Vier unterschiedliche Bedingungen wo der Samen liegt und auch das Ergebnis ist unterschiedlich. Der Samen ist das Wort Gottes und wo findet es bei uns Platz? Ich sehe da in allen Vier Plätzen,  Situationen in meinen Leben die ich so ähnlich beschreiben würde.

 Manche der Samenkörner, die er auf dem Feld ausstreute, fielen auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie. Wie viele Worte Gottes sind in mir verloren gegangen, gehört aber nicht vertieft. Sie sind verpufft.

Andere fielen auf eine dünne Erdschicht mit felsigem Untergrund. Die Pflanzen keimten, doch unter der heißen Sonne verdorrten sie rasch und starben ab, weil die Wurzeln in der dünnen Erdkruste keine Nahrung fanden. Wenn Stürme über uns hinweg wehen, wie fest sind wir in den Wort Gottes eingebettet. Ist unsere Wurzel tief genug bei Jesus dran. Ich musste erfahren wie es ist wenn die Worte keinen Halt mehr geben. Nicht weil Gottes Worte kein Bestand hätten, sie ändern sich nie, sie haben ewigen Bestand. Doch meine Wurzel war nicht stabil in dieser Zeit und sie gelangten nicht mehr an die nährhaften Worten Gottes.

Andere fielen unter die Dornen, die rasch in die Höhe schossen und die zarten Halme erstickten, sodass sie keine Ähren trugen. Oh ja, es sind die Dinge die wir meinen wichtiger zu sein als Gott. Doch alles kommt von ihn und alles was wir sind und haben kommt von Gott. Doch das vergessen wir ganz schnell in der Hektik des Alltages. Wir alle haben eigene Götter uns gemacht, doch sie haben nicht ewig Bestand. Das immer Suchen nach neuer Zufriedenheit zehrt an Geist, Seele und Körber.

Wieder andere fielen auf fruchtbaren Boden und brachten eine Getreideernte mit dem dreißig-, sechzig-, ja hundertfachen Ertrag ein.« Ich erzähle gerne den Enkeln ein russisches Märchen von einer Rübe, die der Großvater in Frühjahr den Samen ausgesät hatte. Er pflegt diese Pflanze, mit Wasser und guten Dünger. So wie Jesus uns mit seinen Worten stärken möchte. Und dann ist der Tag der Ernte gekommen. Der Großvater versucht die Rübe zu ernten doch er bekommt sie nicht allein raus. Es kommt die Großmutter, dann das Enkel und der Hund, später die Katze und  zu aller Letzt, die kleine Maus zur Hilfe. Endlich ist die große Rübe geerntet . Gott möchte Gemeinschaft mit seinen Kindern und dieses Verlangen legte er in uns auch. Wir sind keine Einzelkämpfer in der Reich Gottes Arbeit, darüber bin ich sehr froh. Und noch was gibt mir Frieden, das wir keinen Leistungsdruck bei Gott haben. Jesus möchte das wir in ihn fest- wachsen und Frucht bringen. Ich stelle immer die Stühle die nicht besetzt sind im Gottesdienst oder in Bibelgespräch vor, doch unser Herr sieht nicht die Zahlen der Menschen sondern die Menschenherzen die sich öffnen für seine lebendiges Worte.

Den Schluss vom Märchen habe ich selbst erfunden. Die Familie mit Hund und Katze und Maus feiern ein Rübenfrest und laden alle Nachbarn und Freunde ein. Es gibt Rubenkuchen, Rubensaft, Rubensalat  und so weiter. Noch viel schöner stelle ich mir vor, feiert unser Herr ein Fest im Himmel für jeden Menschen der sein Herz für Jesus öffnet. Ob es zwei, Zwanzig oder einer ist.

Diese Gleichnis bekommt einen besonderen Rahmen, zu Beginn fordert Jesus die erwartungsvolle Menge auf „Hört zu“. Und am Schluss bekräftigt er: »Wer hören will, der soll zuhören und begreifen!«

Warum Jesus so darauf drängt ? Es geht nämlich um dein und mein Leben.

Es grüßt dich ganz herzlich Alexandra Leupold

 

Ein einfacher Satz mit einer gewaltigen Auswirkung 

 

Gleich am Anfang der Bibel steht dieser einfache Satz: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.“ Welche Gedanken kreisen in dir, wenn du diese Worte liest? Natur, gerade jetzt, die Welt strahlt im weißen Kleid oder der Wechsel von Tag und Nacht, vielleicht auch die vier Jahreszeiten in ihrer eigenen Faszination und vieles mehr können wir aufzählen.

Mit diesem Satz bildete Gott die Grundlage für alles Leben auf dieser Welt. Mit einer unvorstellbaren Schaffenskraft formte er die Erde. Bis heute ist es uns Menschen nicht geglückt, das Universum mit all den Höhen und Tiefen zu ergründen. Kaum zu glauben: Gott schuf diese Erde in sieben Tagen (Gottes Zeitangabe) und wir schaffen es nicht, in ca. siebentausend Jahren Menschheitsgeschichte, sie zu entschlüsseln.

Auch wenn wir meinen, Gott schon längst ersetzen zu können mit Wissenschaft und Technik, mit Intelligenz und zahlreichen Theorien, stoßen wir immer und immer wieder an unsere Grenzen. Was ist der Mensch mit all seinem Wissen? Ja, es ist gut, wenn der Geist gefordert wird, wenn wir wachsen und reifen und uns weiterentwickeln. Aber ganz ehrlich, der Mensch ist zerbrechlich, er braucht einen festen Halt im Leben, auf den wir unser Können aufbauen und sinnvoll gebrauchen. Doch wenn wir uns nicht mit dem Schöpfer von Himmel und Erde befassen, verläuft unser Tun und alles Bemühen im Sand oder es zerrinnt in unseren Händen.  Hinter allem steht Gott unser Schöpfer, er, der immer war, immer ist, immer sein wird und sich nie ändert. In diesem Satz „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“ steckt viel mehr als nur die Entstehung der Felder, Wiesen und Berge, der kleinen und großen Tiere …..,  darin ist unser doch so kostbares Leben eingeschlossen. Gott schuf uns und mit seinem Atem hauchte er uns Leben ein.

Gott ging mit uns eine Liebesbeziehung für die Ewigkeit ein. Oft ist sie sehr einseitig, wir brechen immer wieder aus, um nach der vermeintlichen Freiheit zu suchen, doch all das, was wir meinen, zur Freiheit gefunden zu haben, bringt uns nicht den inneren Frieden. Und Gott, er gibt nicht auf, um für uns zu kämpfen. Unsere Freiheit liegt schon vor Anfang der Schöpfung in Gott. Weil er die Freiheit ist, weil er der Frieden ist, weil Gott die Liebe ist. Begreifen wir nun, wie kostbar es ist, das Leben mit Gott unserem Herrn? Unbegreiflich diese Liebesbeziehung, ja das ist sie für unseren Menschenverstand. Es gibt vieles in Gottes Plan, was ich nicht fassen kann, doch ich bin mir bewusst, zur rechten Zeit wird es mir der Herr entschlüsseln. Von Gott kommt alles Wissen und alle Weisheit. Darum sollten wir uns Gott in allen Lebensbereichen zuwenden, ihn hören und bitten:  Lehre mich, deinen Willen zu tun, denn du bist mein Gott. Dein guter Geist führe mich auf einem sicheren Weg. Psalm 143, 10

Ich wünsche dir:

Der Herr segne und behüte dich. Der Herr, der Mächtige, Ursprung und Vollender aller Dinge segne dich. Er gebe dir Gedeih und Wachstum, Gelingen deinen Hoffnungen, Früchte deiner Mühe und behüte dich vor allem Argen, sei dir Schutz in Gefahr und Zuflucht in Angst.

 

Es grüßt euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

Es darf schon ein wenig mehr sein

Stellen wir uns doch mal vor, es gäbe eine Vorschau: für jeden persönlich
einige Szenen aus seinem Jahr 2021. Ich habe einen Filmtrailer vor Augen, in
dem verschiedene Vorab-Szenen einen Einblick in unseren neu anlaufenden
Jahresfilm geben. Zum Beispiel: unterwegs im Stau, an einem neuen Arbeitsplatz, in einer
schwierigen Sitzung, bei einer Jubiläumsfeier, im Krankenhaus, am offenen Grab, im
Gottesdienst, beim Geschirrspülen oder Wäschebügeln ….. Und bei jeder Szene wird immer
wieder der Satz „Sei mutig und stark“ eingeblendet.
Wie oft habe ich diesen Spruch als Kind immer wieder hören müssen. Vor allem beim Zahnarzt:
„hab nur Mut, das schaffst du schon, Indianer kennen keinen Schmerz“ …..
Aber mal ehrlich, genügen uns diese vier Wörter SEI MUTIG UND STARK in unserem
komplexen Leben, um es überhaupt annähernd zu bestehen? Es ist leicht eine
Überforderung, immer stark und mutig sein zu müssen und angesichts so mancher
Lebenswege völlig ungenügend oder sogar fehl am Platz.
Doch dann lese ich ein Gespräch, wie Gott mit Josua redet. Josua steht vor einer großen
Herausforderung, er soll nun nach 40 Jahren Wüstenwanderung das Volk Israel in das
verheißene Land bringen. Das ist allerdings alles andere als einfach.
Ich (Gott) sage dir zu, was ich schon Mose versprochen habe: Wohin ihr auch geht, werdet
ihr Land betreten, das ich euch geschenkt habe. Josua 1,3
Mir fällt auf, dass Gott in der Gegenwart mit Josua redet. Sie haben noch keinen Fuß auf den
Boden des versprochenen Landes gesetzt, doch Gott sagt zu: Das habe ich euch geschenkt.
Die verheißungsvolle Zukunft für sein Volk ist in Gottes Augen schon längst Gegenwart!
Wenn die Israeliten in das Land einziehen, ist Gott bereits da und hat alles vorbereitet.
Genauso wie Josua brauchen auch wir Gottes Wort an uns in der Gegenwart, wenn wir in
unserem Alltagsleben vor Wegkreuzungen oder vor Entscheidungen stehen.
Mir tut es in diesen beladenen Coronazeiten echt gut, Jesu Zusagen lesen zu können.
Siehe, ich bin bei euch alle Tage, bis an der Welt Ende. Math. 28,20
Habt keine Angst. Ihr vertraut auf Gott, nun vertraut auch auf mich! Es gibt viele
Wohnungen im Haus meines Vaters, und ich gehe voraus, um euch einen Platz
vorzubereiten. Wenn es nicht so wäre, hätte ich es euch dann so gesagt? Johannes 14,1-2
Im Gespräch zwischen Gott und Josua kommt gleich dreimal der Satz SEI MUTIG UND STARK
vor. Gott weiß sehr wohl, dass es viel an Unterstützung und Wegweisung für uns
zerbrechliche Menschenkinder braucht und so wird er nicht müde, an unseren Mut und
unsere Stärke zu appellieren, getragen von seiner Gegenwart. Es lohnt sich, diese Geschichte
Josua zu lesen. Du findest sie in der Bibel im Alten Testament in Josua 1, 1-9.
Und da habe ich noch einen weiteren tröstenden Vers aus dem Buch des Lebens entdeckt:
Ihr müsst nicht in Panik aufbrechen und braucht nicht um euer Leben zu laufen. Denn der
Herr wird vor euch hergehen. Der Gott Israels wird euren Rücken decken. Jesaja 52,12
Ich wünsche uns, dass wir offen sind für Gottes Ermutigungen. Wir brauchen offene Ohren,
um auf Gottes Stimme zu hören, offene Augen, um in Gottes Wort zu lesen und vor allem ein
sich öffnendes Herz, damit Gott, unser Herr, einziehen kann mit seiner Kraft und Stärke.
Es grüßt euch ganz herzlich Alexandra Leupold

So wie immer, das kann jeder.

Das sagte mir vor ein paar Tagen eine Bekannte, wir unterhielten uns über Gewohnheiten. Das gefiel mir, nicht immer wie immer, mal anders, auch wenn es nicht der einfachere Weg ist. Alte Gewohnheiten auch mal hinterfragen und neues an sich heranlassen. Nun zugegeben, so wie immer ist doch vertraut und gibt auch Sicherheit. Dachte sich das vielleicht auch Mose, als er den brennenden Busch sah, nichts Neues und so, wie öfters mal, denn dass ein trockener Busch in der Wüstenhitze brannte, war wirklich nichts Neues. Beim zweiten und dritten Hinschauen war es dann doch nicht wie immer. Der Busch brannte, aber er verbrannte nicht. Diesmal also nicht wie immer. Seit vierzig Jahren, Tag aus, Tag ein hütete Mose die Schafsherde seines Schwiegervaters im Land Midian. Eine nicht gerade sehr abwechslungsreiche Arbeit, doch sehr anstrengend in der Hitze am Tag, in der Nacht die Kälte und immer auf der Suche nach Weideland für die Schafe, was in der Wüstenlandschaft alles andere als einfach zu finden war. Nun, es war wie immer an jenem Tag.

2Mose erwartete nichts Aufregendes, halt das Alltägliche. Doch nun ist da etwas nicht wie immer und seine Neugier treibt ihn dahin. Was wird Mose auf dem Weg dorthin wohl so durch den Kopf gegangen sein? Auf jeden Fall übertriff es seine Vorstellungen, als der brennende Dornenbusch ihn mit seinem Namen anspricht. Moses Antwort „Hier bin ich“ beweist, dass Mose wusste, wer mit ihm redet. Meine Gedanken kreisen über diese Aussage Mose, kein Zögern, kein Fragen, kein Schweigen, kein Weglaufen, sondern ein „hier bin ich“. Wie oft überhöre ich bewusst meinen Namen aus Gottes Mund, weil ich vielleichtmeine Gewohnheiten, meine Komfortzone verlassen müsste. Oder zögere ich, Gott Antwort zugeben, weil er mich wie ein offenes Buch kennt mit all meinem Egoismus? Es gibt keinen perfekteren Zeitpunkt, unser Leben zu erneuern mit dem Ruf deines, meines Namens aus Gottes Mund. Ja, Gott sucht unsere Aufmerksamkeit in Momenten, die nicht wie immer sind. Da wir schnell dabei sind, in unserem Gewohnheitstrott

3Augen, Ohren und Herz zu verriegeln. Doch die Gefahr ist, dass wir abstumpfen und meinen, Gott sei nicht da, Gott hört uns nicht, Gott hat sich von uns distanziert, es kümmert ihn nicht, wie es uns geht. Mose war nun mittlerweile ca. 80 Jahre, zu dieser Zeit noch mitten im Leben. Doch 40 Jahre Wüste samt Schafe hüten, dazu die Großfamilie, da haben sich viele alte Gewohnheiten festgesetzt. So glaube ich, auch Mose hatte wohl solche ähnlichen Gedanken mit sich herumgetragen. Doch Gott rüttelt Mose wach, indem es mal ganz anders ist als sonst: Der Dornbusch verbrennt trotz der Flammen nicht. Nun kann sich Gott mit all seiner Heiligkeit in Mose offenbaren. Ein heiliger Moment, ein heiliger Ort, da, wo unser Herr in unser Leben tritt. Da zwingen sich die Knie, sich zu beugen und die Augen sich zu neigen. Nun sind Moses Ohren offen und Gott stellt sich erst einmal mit vollem Namen vor. „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Nicht, dass es Mose nicht wusste, doch es war wichtig, dass er sich neu bewusst ist: Gott ist Gott, JHWH.

4Ich halte hier eine Weile inne. Es ist Gott, der von sich sagt „Ich bin, der ich bin“. Ja, es ist immer noch der Gleiche, er ruft uns mit Namen und stellt sich uns vor. Warum? Weil wir sonst verloren wären in unserem alltäglichen Trott. Gott möchte uns einen Sinn in unserem Leben geben. Und das ist, glaube mir, nicht wie immer, sondern ein heiliger Moment. Möge Gott dein Herz erobern, möge dieser Moment entscheidend für dein Leben sein. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Es grüßt euch ganz herzlich Alexandra Leupold

Der Querstrich „ – „ meines Lebens

Wenn ich den Friedhof in meiner Heimatstadt besuche, auf dem meine Eltern, Großeltern und Bekannten begraben sind, schau ich die Grabsteine an und mir fällt immer wieder der Querstrich zwischen Geburts- und Sterbejahr auf. Ist der Strich gleichzusetzen mit unserem Leben? Viel sagt er nicht über unser Leben aus und ist das dann schon alles gewesen?

Mir sind diese Bilder wieder eingefallen, als ich über die Geschichte vom Reichen und dem armen Lazarus nachgedacht habe. Nun es ist manchmal noch ein Tabuthema und in der heutigen Zeit öfter eher gar kein Thema mehr, über diese Frage „Was kommt nach dem Tod“ laut zu reden. Doch ich tue es heute, denn ich kann nur darüber nachdenken, wenn ich lebe. Und es ist ein entscheidendes Thema für unser Leben. Die Dringlichkeit lese ich aus diesem Gleichnis von Jesus deutlich heraus. Es gibt ein “zu spät”. Nehme dir Zeit für diese Verse aus der Bibel, vielleicht liest du sie nicht nur einmal, es geht um deine Zukunft.

Der Reiche und der Arme

19 »Da lebte einmal ein reicher Mann«, erzählte Jesus. »Er war immer sehr vornehm gekleidet und konnte sich Tag für Tag jeden Luxus und jedes Vergnügen leisten. 20 Vor dem Tor seines Hauses aber lag ein schwer kranker Bettler namens Lazarus. Sein Körper war über und über mit Geschwüren bedeckt. 21 Er hoffte, seinen Hunger wenigstens mit den Abfällen aus der Küche des Reichen stillen zu können. Aber es kamen nur die Hunde und beleckten seine offenen Wunden. 22 Schließlich starb der Bettler, und die Engel brachten ihn in den Himmel; dort durfte er den Ehrenplatz an Abrahams Seite einnehmen. Auch der reiche Mann starb und wurde begraben. 23 Als er sich im Totenreich wiederfand, blickte er unter Qualen auf und erkannte in weiter Ferne Abraham mit Lazarus an seiner Seite. 24 ›Vater Abraham‹, rief der Reiche laut, ›hab Mitleid mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und damit meine Zunge kühlen. Ich leide in diesen Flammen furchtbare Qualen!‹ 25 Aber Abraham erwiderte: ›Mein Sohn, erinnere dich! Du hast in deinem Leben alles gehabt, Lazarus hatte nichts. Jetzt geht es ihm gut, und du musst leiden.                     26 Außerdem liegt zwischen uns und euch ein tiefer Abgrund. Niemand kann von der einen Seite zur anderen kommen, selbst wenn er es wollte.‹ 27 ›Vater Abraham‹, bat jetzt der Reiche, ›dann schick Lazarus doch wenigstens in das Haus meines Vaters 28 zu meinen fünf Brüdern. Er soll sie warnen, damit sie nach ihrem Tod nicht auch an diesen qualvollen Ort kommen.‹ 29 Aber Abraham entgegnete: ›Deine Brüder sollen auf das hören, was sie bei Mose und den Propheten lesen können.‹ 30 Der Reiche widersprach: ›Nein, Vater Abraham, erst wenn einer von den Toten zu ihnen käme, würden sie ihr Leben ändern.‹ 31 Doch Abraham blieb dabei: ›Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.‹« Lukas 16, 19-31

Zugegeben, wenn es uns gut geht, denken wir nicht an den Tod, warum auch, es ist alles gut. So ging es auch dem Reichen, dessen Namen wir nicht erfahren. Jesus lässt den Namen hier ganz bewusst offen, da er alle Zuhörer erreichen möchte, die Großen und die Kleinen. Wo ich mich wohl sehe in dieser Geschichte?  Natürlich nirgendswo, weder im geizigen, egoistischen Reichen noch im Bettelarmen, nicht wahr? Doch eines haben wir alle gemeinsam, wir werden irgendwann sterben. Mein Wunsch wäre schon, einst bei Gott zu sein, so wie hier Lazarus. Es ist mir aufgefallen, dass der Arme einen Namen hat. Lazarus bedeutet übersetzt „Gott hat geholfen“. Ja, das wünsche ich mir. Gottes Hilfe in den schweren Stunden meines Lebens. Nein, es geht hier nicht um reich und arm, das ist für unseren Herrn kein Problem, „reich“ zu sein.  Abraham war ein reicher Mann, Joseph war ein reicher Mann, die Geschwister von Lazarus (nicht aus unserer Geschichte hier), Maria und Marta waren vermögend. Sie alle waren gesegnete Leute. Und so könnte ich noch einige aufzählen. Jedoch im Gleichnis ist der Reiche der Arme, weil er nicht weit genug plant. Er genießt den Augenblick

»Er war immer sehr vornehm gekleidet und konnte sich Tag für Tag jeden Luxus und jedes Vergnügen leisten.«

Er kümmert sich nicht um Gott. Er kümmert sich nicht um seinen Nächsten. Nun werde ich still und denke, dass auch ich etwas von dem Reichen in mir trage. Berührt es mich noch, mir die Bilder von verfolgten Christen vorzustellen, wie sie gefoltert werden? Berührt mich die Armut, die es nicht geben müsste. Was tue ich … wegschauen … ist doch  weit von mir entfernt. Was soll ich schon machen? Paulus schreibt es an einen seinen Mittarbeiter:

» Seid allezeit fröhlich,  betet ohne Unterlass,  seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.«

Wir sagen oft, da kann ich nur beten, doch es ist das Wertvollste, für Menschen zu beten, sie in ihrer Not im Gebet zu Gott zu bringen. Wenn wir Gott allerdings in eine Schublade legen und als ausgedient abstempeln, ihn von den Wänden abhängen oder unseren Herrn verniedlichen, weil er unseres Erachtens nicht mehr in diese aufgeklärte Welt passt, dann glaube ich, sind wir nicht weit vom armen Reichen in unserer Geschichte entfernt.

Und der Arme, was ist mit ihm? Heißt das, dann also lieber gleich arm zu sein, um zu Gott zu kommen? Nein, auf keinen Fall, da haben wir die frohe Botschaft  unseres Herrn Jesus nicht verstanden. Entscheidend ist nicht, ob du materiell reich oder arm dein Leben führst, entscheidend ist deine Herzenshaltung zu deinem Mitmenschen und zu Gott. Der Name Lazarus verrät uns, dass Gott dem Armen und Schwachen hilft. Zwischen ihm und Gott besteht mitten im irdischen Leidensalltag eine tragende Verbindung. Lazarus kennt Jesus nicht nur vom Namen, sondern vom Herzen.

Der Querstich kommt mir wieder in den Sinn, wie fülle ich ihn, mit welchem Reichtum fülle ich mein Leben? Ja, das ist die entscheidende Frage, die wir nicht vor uns herschieben sollten, denn wenn wir das Gleichnis verstehen, dann gibt es kein Zurück. Es ist Gottes unwandelbare Liebe zu uns Menschenkindern, dass er mit scharfen und unbeschönigten Worten zu uns redet, weil es ihn um jede verlorene Seele schmerzt. So möchte ich meinen ‘Querstich Leben’ in die Hände Gottes legen und lernen, Gott in Allem zu vertrauen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du Jesu Einladung, ihm nachzufolgen, annehmen kannst und wir einmal in der Ewigkeit gemeinsam über die Herrlichkeit Gottes staunen und singen werden.

Sei ganz herzlich gegrüßt

Alexandra Leupold

 

 

Stabil genug für mich?

Genau diese Frage stellen wir uns immer wieder, wenn mein Mann und ich zu Besuch bei Freunden in einem Gästebett übernachten. Wir hatten einmal ein einschneidendes Erlebnis mit einem Lattenrost. Mitten in der Nacht gab es einen Schlag und mein Mann lag ein Stück weiter unten als ich. Der Grund lag darin, dass das Lattengestell nur bis ca. 60 kg Belastung ausgelegt war. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir bis heute noch darüber lachen, doch auch immer gleich inspizieren, wie stabil das Fundament ausgestattet ist, auf dem wir schlafen werden.

Fundamente sind entscheidend wichtig, schon bei einem Gartenzaun ist genau zu überlegen: Wie stabil soll er sein? Noch viel wichtiger war das Fundament bei unserem Hausbau, die Planung für unsere Bodenplatte war entscheidend: Wie sieht die Körnung der Kiesschicht unter der Platte aus, muss noch eine besondere Vorkehrung getroffen werden, um das Haus vor den Erschütterungen der vorbeifahrenden Züge zu schützen und Schäden zu vermeiden? Und das Haus muss exakt auf die Bodenpatte passen. Also eine Planung ist sehr wichtig.

Es gibt verschiedene Fundamente: Streifenfundament, Einzelfundament oder eine Fundamentplatte. Noch eins fällt mir ein, das Lebensfundament. Bestimmt schon mal gehört. Es geht um dein, mein Leben. Auf was bauen wir unser Leben? Was für eine schwere Entscheidung bei diesem Angebot und so vielen Möglichkeiten.

Nur auf drei der Möglichkeiten möchte ich eingehen. Wie wäre es mit dem Fundament „Selbstverwirklichung“? Beim Kauf im Internet lese ich immer die Bewertungen. Wie würde da wohl die Bewertung aussehen.

  • Material nicht ungefährlich
  • Beim ausschließlichen Einsatz des Bausteins „Selbstverwirklichung“ können Lebenswände zu faulen anfangen
  • Zu viel „Selbstverwirklichung“ ist gesundheitsschädlich und familienunfreundlich

Und wie ist es mit dem Baustein „Fitness und Gesundheit“ für das Fundament?

  • Ist sehr schwer zu bearbeiten, vor allem muss man immer dranbleiben, um die Fitness zu erhalten
  • Was ist, wenn mein Körper nicht mehr kann, dann kann das Fundament „Fitness und Gesundheit“ schnell zusammenbrechen.

Noch eins der Fundamente fällt mir ein: „Familie und Freunde“.

  • Ist super, lässt sich gut ausfüllen
  • Kann man auch mit „beruflichem Erfolg“ und wenn´s gelingt, mit „Lottogewinn“ mischen
  • Aber zu viele Aufgaben und unterschiedliche Interessen bringen rasch das Sturmtief „Konflikte oder Unzufriedenheit“ mit sich und das Haus stürzt ein.

Alle diese Baustoffe möchte ich nicht schlecht reden, doch sie sind nicht stabil genug für unser Leben. Ich habe auch auf viele verschiedene Fundamente gesetzt und so manches in meinem Leben ist wie ein Kartenaus zusammengebrochen, als der Sturm mit Familienstreit, Krankheit, Tod durch mein Leben tobte.

Aber was trägt unser Leben? Ich persönlich habe wertvolle Erfahrungen mit dem Fundament „Gottes Wort“ gemacht.

Wie lebt es sich in einer Welt, die von Gott sehr wenig bis gar nichts wissen möchte? Auf diese Frage hat die Bibel für uns eine Antwort. Johannes schreibt zu allen Generationen im 1. Johannes 2, 12- 17

Dies schreibe ich euch, meine geliebten Kinder, weil ich weiß, dass eure Sünden durch Jesus Christus vergeben sind.

Euch Vätern schreibe ich, weil ihr den kennt, der von Anfang an da war. Ich wende mich aber auch an euch, ihr jungen Leute; denn ihr habt den Teufel besiegt.

Ich will es noch einmal sagen: Euch Kindern schreibe ich, weil ihr den Vater kennt; ebenso wende ich mich an euch Väter, weil ihr den kennt, der von Anfang an da war. Und euch, ihr jungen Leute, schreibe ich, weil ihr im Glauben stark geworden seid. Gottes Wort wohnt in euch, und ihr habt den Teufel besiegt.

Liebt nicht diese Welt und hängt euer Herz nicht an irgendetwas, das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben.

Was gehört nun zum Wesen dieser Welt? Selbstsüchtige Wünsche, die Gier nach allem, was einem ins Auge fällt, das Prahlen mit Wohlstand und Macht. All dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt.

Die Welt aber mit ihrer Unersättlichkeit wird vergehen. Nur wer tut, was Gott will, wird ewig leben.

 

Eine Antwort ist das Glaubensfundament, welches Johannes hier formuliert.

An Vergebung zu glauben ist an sich nicht so schwer. Doch glaube ich, dass es einen Schritt wahrer Veränderung mit sich bringt, wenn ich alle meine Schuld, mein Versagen, mein verpfuschtes Leben zu Jesus ans Kreuz bringe. So war es bei mir, viele Dinge, die mein Leben ausfüllten, bekamen eine andere Priorität. Und ich merkte, wie sich das Wort Gottes in mir ausbreitete. Ja, es ist nicht immer angenehm, wenn Gott am Fundament Reparaturen vornimmt. Doch dadurch werde ich und mein Lebenshaus stabil, sicherer. Klar lebe auch ich in dieser Welt mit all der „Immer-schneller-höher-weiter-besser-Gesellschaft“, wo „keine Rücksicht auf Verluste“ nicht selten das Motto ist. Doch durch das Wort Gottes lerne ich, bewusst nach dem Willen Gottes zu fragen. Und eines weiß ich auch: Das Böse in dieser Welt hat keine Macht mehr, Gott hat über Alles das letzte Wort.

Er ist der Anfang und das Ende, nichts geschieht, ohne dass es an unserem Herrn vorübergeht.   Genau dies kann ich aus diesem Text für mein Lebensfundament schöpfen. Ich mache dir Mut, dein Haus auf dieses Fundament „Gottes Wort“ zu bauen, das ist stabil und trägt bis in die Ewigkeit.

 

Es grüßt dich ganz herzlich

Alexandra Leupold

Ein Psalm, na, HALLELUJA!         

 

 

Es gibt 150 Psalmen, die letzten 4 sind die sogenannten Halleluja-Psalmen. Jeweils zum Anfang und Ende wird mit Halleluja abgeschlossen.

Halleluja bedeutet „Lobe dem Herrn“.

Und genau das macht der Psalmist auch, er lobt Gott mit voller Hingabe.

Das große Halleluja

 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht!  Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!  Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen!  Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!  Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln!  Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja! Psalm 150

Als ich diesen Psalm las, kam mir meine Krümelgruppe in den Sinn. Mit einem Lächeln erinnere ich mich, mit welcher Freude und Hingabe sie eins unserer Lieder singen. „Gott, das hast du gut gemacht“, dabei ist der Klang der Instrumente und das Singen der Kinder nicht immer ein Ohrenschmaus.

Doch glaube ich, Gott wird es mit Freude aufnehmen.

Gott zu loben ist in erster Linie eine Lebenseinstellung und keine Leistung. So sind für mich die Kinder ein wunderschönes Beispiel, mit welcher Hingabe sie Gott loben. Meine Gedanken kreisen um die Frage: Inwieweit würde sich mein Alltag verändern, wenn ich Gott ganz frei mehr loben würde? Der Dichter des Psalms lebt es uns vor. Er benutzt das Wort „loben“ dreizehn Mal und zehn Mal werden wir zum Lobpreis ermutigt. Wahnsinn – und das in sechs knackig-kurzen Versen. Es macht sich ein beschämendes Gefühl in mir breit, mein Leben dreht sich viel zu sehr um mich selbst. Dadurch tritt der Schöpfer Gott immer mehr in meinem Leben in den Hintergrund, das Loben und Danken (Lobpreis) in Vergessenheit oder alles, was ich habe, lebe, bin, wird zur Selbstverständlichkeit.

Der Psalm gibt mir Nachhilfe in Anbetung.  Vielleicht ist auch was für dich und deinen Alltag dabei, um Gott unserem Herrn und Heiland durch das Loben näher zu kommen?

  1. Die Feste seiner Macht, das war damals der Tempel. Treffpunkt für Alle (alt, jung, klein…). Wir wissen, dass Gott immer und überall ist und unsere Gebete auch überall hört, doch bin ich davon überzeugt, dass ein gemeinsamer Treffpunkt wertvoll ist, egal, ob dieser Kirche, Gemeinde oder Hauskreis heißt. Gemeinsam unsere Herzen in Anbetung zu Gott zu bringen, das ist doch aufbauend und stärkt das Gemeindeleben.
  2. Das Lob seiner großen Herrlichkeit, in diesen Worten versucht der Psalmist alle Werke Gottes einzuschließen. Denn die Werke Gottes offenbaren uns sein Wesen, seine Liebe, seine Gnade, Weisheit, Macht und so weiter. Zehntausend Gründe, Gott die Ehre zu geben.
  3. Die vielen genannten Instrumente, es sind die vielfältigen Möglichkeiten, Gott zu loben, die uns der Sänger dadurch vorstellt. Warum nicht mal tanzen, König David tanzte vor Freude über seinen Herrn. Tu laut Gott ein Loblied singen, auch wenn nicht jeder Ton sitzt. Scheib Gott doch auch mal einen Liebesbrief. Oder feiere zu Ehren Gottes ein Fest und lade deine Freunde ein.

Wie auch immer wir unser Lob zu Gott ausdrücken, es kommt auf deine Herzenshaltung an, Gott kennt unser Innerstes sehr genau.

Je mehr ich mich mit dem Psalm beschäftige, umso deutlicher wird mir klar: Loben verändert mein Denken und Tun, Loben verändert mein Leben. Lobpreis für Gott macht frei und verleiht Kraft.

Der Psalmist kann nur diese Flügel verleihende Erfahrung gemacht haben, solch eine Leidenschaft steckt in diesen Versen. Allerdings höre ich auch eine Dringlichkeit an uns Leser, sich dies zu Herzen zu nehmen. Und der Verfasser fordert uns auf: Alles, was Atem hat, soll loben den Herrn.

Ich möchte dich einladen, Freiraum zu finden für Dich und Gott, Freiraum, um Gott zu loben, ihm die Ehre zu geben.  Gott liebt dich über alles und erfreut sich an deinem Lobgesang.

Es Grüßt Euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

 

 

Zwischen den Zeilen lesen – wichtig für mein Glaubensleben?

Warum steht das jetzt so detailliert da? Diese Frage stelle ich mir so manches Mal beim Bibellesen. So beispielsweise, als ich im Johannesevangelium las:

Jesus lebt

1 Am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der neuen Woche, ging Maria aus Magdala noch vor Sonnenaufgang zum Grab. Da sah sie, dass der Stein, mit dem das Grab verschlossen gewesen war, nicht mehr vor dem Eingang lag.

2 Sofort lief sie zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus sehr lieb hatte. Aufgeregt berichtete sie ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben!«

3 Da beeilten sich Petrus und der andere Jünger, um möglichst schnell zum Grab zu kommen. 4 Gemeinsam liefen sie los, aber der andere war schneller als Petrus und kam zuerst dort an. 5 Ohne hineinzugehen, schaute er in die Grabkammer und sah die Leinentücher dort liegen. 6 Dann kam auch Simon Petrus. Er ging in das Grab hinein und sah ebenfalls die Leinentücher                7 zusammen mit dem Tuch, das den Kopf von Jesus bedeckt hatte. Es lag nicht zwischen den Leinentüchern, sondern zusammengefaltet an der Seite. Johannes 20, 1-7

Uns wird hier vom leeren Grab des Herrn Jesus berichtet. Eine sehr anschauliche und wunderbare, sogleich außergewöhnliche, aber doch sehr bekannte Geschichte.  Allerdings, was ist denn nun so wichtig an den im Grab fein zusammen gelegten Leinentüchern, dass sie gleich mehrmals im Text erwähnt werden? Im ersten Moment dachte ich, was für ein ordnungsliebender Mann war Jesus. Ich stolperte über diesen Gedanken in einem Artikel einer christlichen Zeitung. Und nun merkte ich, dass mehr dahintersteckt, als nur ordentlich zu sein.

Johannes stammte aus einer priesterlichen Familie und so kannte er die Schrift aus der Tora sehr gut. Er verstand die Zusammenhänge, die besonders auch für die jüdischen Leser der damaligen Zeit bedeutend waren.

Dazu müssen wir an dieser Stelle einen großen Schlenker ins Alte Testament machen. Mitten in einem Erklärungsgespräch zwischen Gott und Mose finden wir einen weiteren wesentlichen Satz über die Leinengewänder.

Vorher wäscht er (der Hohepriester) sich und zieht die heiligen Priesterkleider an: das Gewand, die Hose, den Gürtel und den Turban, alles aus Leinen. 3 Mose 16, 4

Es war das jährliche Versöhnungsfest, es wurde in feierlicher und festlicher Stimmung gefeiert. Doch es bedeutete mehr als schön zu feiern, denn an diesem Tag wurde symbolisch alle Schuld des Volkes Israel durch einen Ziegenbock, der mit all der Sünde beladen in die Wüste geschickt wurde, vor Gott gebracht.

So lädt er die Sünden der Israeliten auf den Kopf des Ziegenbocks und lässt ihn durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, in die Wüste treiben.    3 Mose 16, 21

Und dann lese ich weiter und ich muss sagen, all die Jahre habe ich all diese Zeilen nicht spannend gefunden und schlicht überlesen.

Aaron geht nun wieder zum heiligen Zelt, zieht seine Leinengewänder aus, in denen er das Heiligtum betrat, und lässt sie dort zurück. 3. Mose 16, 23

Der Hohepriester Aron als Stellvertreter für das ganze Volk Israel legt die gesamte Schuld auf einen Ziegenbock und verbannt ihn in die Wüste. Zugegeben, für uns heute ist es abstrakt und befremdend, diese Darstellung des Versöhnungstages. Es ist wie auch heute noch, wir Menschen brauchen Anschauungsmaterial, um uns bewusst zu machen, wie lebensentscheidend es ist, mit Gott versöhnt zu sein. Nicht der Akt des Versöhnungstages bringt die Menschen zu Gott, nein, es ist eine persönliche Herzensangelegenheit.

Nachdem der Hohepriester alle Schlachtopfer in das Allesheiligste gebracht hatte, legt er die Leinengewänder und die Kopfbedeckung ab und lässt sie im Allerheiligen zurück.

Der weltrettende Versöhnungstag war, als Jesus Christus, Gottes Sohn, alle Schuld der Welt auf sich nahm und sie auch weg von uns trug, hin ans Kreuz von Golgatha. Er, Gottes Sohn, Hohepriester legte seine Herrlichkeit ab und legt sich in eine Futterkrippe ganz klein, um uns ganz nah zu sein. Er kam, um zu dienen, hält unsere Schuld am Kreuz aus und bezeugt dies mit den Worten „Es ist vollbracht“ – die Brücke zu Gott steht. Ich darf Vater sagen zu unserem Schöpfer. Was für ein Versöhnungswerk. Auch Jesus legt nach Vollendung des Opfers seine Leinengewänder sorgfältig ab und die Herrlichkeit kleidet ihn wieder. Und genau solche Sätze zeigen mir die Wahrheit der Bibel, sie zieht sich wie ein roter Faden hindurch: von der Schöpfung bis hin zur Offenbarung erfahren wir vom Rettungsplan unseres Vaters, Gott.

Das Gefühl von Verdammnis, die Angst, schuldbeladen vor Gott zu stehen oder dass der Tod das letzte Wort hat, genau das alles hängt am Kreuz. Alle unsere Schuld ist verbannt für immer, wir müssen sie nicht mehr mit uns herumtragen. Meine Schuld ist aufgelöst in Jesu Herrlichkeit. Das ist wahre Freiheit, die Freiheit Gottes. Und wenn uns doch wieder die Zweifel überkommen, Gefühle die uns Angst machen, dann möchte ich uns Mut machen: so wie Johannes hineinzusehen ins leere Grab und auf die Leinentücher zu schauen. Diese erinnern mich daran, dass der Hohepriester auch für mich sagt „Es ist vollbracht“.

Es grüßt euch ganz herzlich

Alexandra Leupold