So wie immer, das kann jeder.

Das sagte mir vor ein paar Tagen eine Bekannte, wir unterhielten uns über Gewohnheiten. Das gefiel mir, nicht immer wie immer, mal anders, auch wenn es nicht der einfachere Weg ist. Alte Gewohnheiten auch mal hinterfragen und neues an sich heranlassen. Nun zugegeben, so wie immer ist doch vertraut und gibt auch Sicherheit. Dachte sich das vielleicht auch Mose, als er den brennenden Busch sah, nichts Neues und so, wie öfters mal, denn dass ein trockener Busch in der Wüstenhitze brannte, war wirklich nichts Neues. Beim zweiten und dritten Hinschauen war es dann doch nicht wie immer. Der Busch brannte, aber er verbrannte nicht. Diesmal also nicht wie immer. Seit vierzig Jahren, Tag aus, Tag ein hütete Mose die Schafsherde seines Schwiegervaters im Land Midian. Eine nicht gerade sehr abwechslungsreiche Arbeit, doch sehr anstrengend in der Hitze am Tag, in der Nacht die Kälte und immer auf der Suche nach Weideland für die Schafe, was in der Wüstenlandschaft alles andere als einfach zu finden war. Nun, es war wie immer an jenem Tag.

2Mose erwartete nichts Aufregendes, halt das Alltägliche. Doch nun ist da etwas nicht wie immer und seine Neugier treibt ihn dahin. Was wird Mose auf dem Weg dorthin wohl so durch den Kopf gegangen sein? Auf jeden Fall übertriff es seine Vorstellungen, als der brennende Dornenbusch ihn mit seinem Namen anspricht. Moses Antwort „Hier bin ich“ beweist, dass Mose wusste, wer mit ihm redet. Meine Gedanken kreisen über diese Aussage Mose, kein Zögern, kein Fragen, kein Schweigen, kein Weglaufen, sondern ein „hier bin ich“. Wie oft überhöre ich bewusst meinen Namen aus Gottes Mund, weil ich vielleichtmeine Gewohnheiten, meine Komfortzone verlassen müsste. Oder zögere ich, Gott Antwort zugeben, weil er mich wie ein offenes Buch kennt mit all meinem Egoismus? Es gibt keinen perfekteren Zeitpunkt, unser Leben zu erneuern mit dem Ruf deines, meines Namens aus Gottes Mund. Ja, Gott sucht unsere Aufmerksamkeit in Momenten, die nicht wie immer sind. Da wir schnell dabei sind, in unserem Gewohnheitstrott

3Augen, Ohren und Herz zu verriegeln. Doch die Gefahr ist, dass wir abstumpfen und meinen, Gott sei nicht da, Gott hört uns nicht, Gott hat sich von uns distanziert, es kümmert ihn nicht, wie es uns geht. Mose war nun mittlerweile ca. 80 Jahre, zu dieser Zeit noch mitten im Leben. Doch 40 Jahre Wüste samt Schafe hüten, dazu die Großfamilie, da haben sich viele alte Gewohnheiten festgesetzt. So glaube ich, auch Mose hatte wohl solche ähnlichen Gedanken mit sich herumgetragen. Doch Gott rüttelt Mose wach, indem es mal ganz anders ist als sonst: Der Dornbusch verbrennt trotz der Flammen nicht. Nun kann sich Gott mit all seiner Heiligkeit in Mose offenbaren. Ein heiliger Moment, ein heiliger Ort, da, wo unser Herr in unser Leben tritt. Da zwingen sich die Knie, sich zu beugen und die Augen sich zu neigen. Nun sind Moses Ohren offen und Gott stellt sich erst einmal mit vollem Namen vor. „Ich bin der Gott deines Vaters, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs.“ Nicht, dass es Mose nicht wusste, doch es war wichtig, dass er sich neu bewusst ist: Gott ist Gott, JHWH.

4Ich halte hier eine Weile inne. Es ist Gott, der von sich sagt „Ich bin, der ich bin“. Ja, es ist immer noch der Gleiche, er ruft uns mit Namen und stellt sich uns vor. Warum? Weil wir sonst verloren wären in unserem alltäglichen Trott. Gott möchte uns einen Sinn in unserem Leben geben. Und das ist, glaube mir, nicht wie immer, sondern ein heiliger Moment. Möge Gott dein Herz erobern, möge dieser Moment entscheidend für dein Leben sein. Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

Es grüßt euch ganz herzlich Alexandra Leupold

Der Querstrich „ – „ meines Lebens

Wenn ich den Friedhof in meiner Heimatstadt besuche, auf dem meine Eltern, Großeltern und Bekannten begraben sind, schau ich die Grabsteine an und mir fällt immer wieder der Querstrich zwischen Geburts- und Sterbejahr auf. Ist der Strich gleichzusetzen mit unserem Leben? Viel sagt er nicht über unser Leben aus und ist das dann schon alles gewesen?

Mir sind diese Bilder wieder eingefallen, als ich über die Geschichte vom Reichen und dem armen Lazarus nachgedacht habe. Nun es ist manchmal noch ein Tabuthema und in der heutigen Zeit öfter eher gar kein Thema mehr, über diese Frage „Was kommt nach dem Tod“ laut zu reden. Doch ich tue es heute, denn ich kann nur darüber nachdenken, wenn ich lebe. Und es ist ein entscheidendes Thema für unser Leben. Die Dringlichkeit lese ich aus diesem Gleichnis von Jesus deutlich heraus. Es gibt ein “zu spät”. Nehme dir Zeit für diese Verse aus der Bibel, vielleicht liest du sie nicht nur einmal, es geht um deine Zukunft.

Der Reiche und der Arme

19 »Da lebte einmal ein reicher Mann«, erzählte Jesus. »Er war immer sehr vornehm gekleidet und konnte sich Tag für Tag jeden Luxus und jedes Vergnügen leisten. 20 Vor dem Tor seines Hauses aber lag ein schwer kranker Bettler namens Lazarus. Sein Körper war über und über mit Geschwüren bedeckt. 21 Er hoffte, seinen Hunger wenigstens mit den Abfällen aus der Küche des Reichen stillen zu können. Aber es kamen nur die Hunde und beleckten seine offenen Wunden. 22 Schließlich starb der Bettler, und die Engel brachten ihn in den Himmel; dort durfte er den Ehrenplatz an Abrahams Seite einnehmen. Auch der reiche Mann starb und wurde begraben. 23 Als er sich im Totenreich wiederfand, blickte er unter Qualen auf und erkannte in weiter Ferne Abraham mit Lazarus an seiner Seite. 24 ›Vater Abraham‹, rief der Reiche laut, ›hab Mitleid mit mir! Schick mir doch Lazarus! Er soll seine Fingerspitze ins Wasser tauchen und damit meine Zunge kühlen. Ich leide in diesen Flammen furchtbare Qualen!‹ 25 Aber Abraham erwiderte: ›Mein Sohn, erinnere dich! Du hast in deinem Leben alles gehabt, Lazarus hatte nichts. Jetzt geht es ihm gut, und du musst leiden.                     26 Außerdem liegt zwischen uns und euch ein tiefer Abgrund. Niemand kann von der einen Seite zur anderen kommen, selbst wenn er es wollte.‹ 27 ›Vater Abraham‹, bat jetzt der Reiche, ›dann schick Lazarus doch wenigstens in das Haus meines Vaters 28 zu meinen fünf Brüdern. Er soll sie warnen, damit sie nach ihrem Tod nicht auch an diesen qualvollen Ort kommen.‹ 29 Aber Abraham entgegnete: ›Deine Brüder sollen auf das hören, was sie bei Mose und den Propheten lesen können.‹ 30 Der Reiche widersprach: ›Nein, Vater Abraham, erst wenn einer von den Toten zu ihnen käme, würden sie ihr Leben ändern.‹ 31 Doch Abraham blieb dabei: ›Wenn sie nicht auf Mose und die Propheten hören, werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn einer von den Toten aufersteht.‹« Lukas 16, 19-31

Zugegeben, wenn es uns gut geht, denken wir nicht an den Tod, warum auch, es ist alles gut. So ging es auch dem Reichen, dessen Namen wir nicht erfahren. Jesus lässt den Namen hier ganz bewusst offen, da er alle Zuhörer erreichen möchte, die Großen und die Kleinen. Wo ich mich wohl sehe in dieser Geschichte?  Natürlich nirgendswo, weder im geizigen, egoistischen Reichen noch im Bettelarmen, nicht wahr? Doch eines haben wir alle gemeinsam, wir werden irgendwann sterben. Mein Wunsch wäre schon, einst bei Gott zu sein, so wie hier Lazarus. Es ist mir aufgefallen, dass der Arme einen Namen hat. Lazarus bedeutet übersetzt „Gott hat geholfen“. Ja, das wünsche ich mir. Gottes Hilfe in den schweren Stunden meines Lebens. Nein, es geht hier nicht um reich und arm, das ist für unseren Herrn kein Problem, „reich“ zu sein.  Abraham war ein reicher Mann, Joseph war ein reicher Mann, die Geschwister von Lazarus (nicht aus unserer Geschichte hier), Maria und Marta waren vermögend. Sie alle waren gesegnete Leute. Und so könnte ich noch einige aufzählen. Jedoch im Gleichnis ist der Reiche der Arme, weil er nicht weit genug plant. Er genießt den Augenblick

»Er war immer sehr vornehm gekleidet und konnte sich Tag für Tag jeden Luxus und jedes Vergnügen leisten.«

Er kümmert sich nicht um Gott. Er kümmert sich nicht um seinen Nächsten. Nun werde ich still und denke, dass auch ich etwas von dem Reichen in mir trage. Berührt es mich noch, mir die Bilder von verfolgten Christen vorzustellen, wie sie gefoltert werden? Berührt mich die Armut, die es nicht geben müsste. Was tue ich … wegschauen … ist doch  weit von mir entfernt. Was soll ich schon machen? Paulus schreibt es an einen seinen Mittarbeiter:

» Seid allezeit fröhlich,  betet ohne Unterlass,  seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christus Jesus für euch.«

Wir sagen oft, da kann ich nur beten, doch es ist das Wertvollste, für Menschen zu beten, sie in ihrer Not im Gebet zu Gott zu bringen. Wenn wir Gott allerdings in eine Schublade legen und als ausgedient abstempeln, ihn von den Wänden abhängen oder unseren Herrn verniedlichen, weil er unseres Erachtens nicht mehr in diese aufgeklärte Welt passt, dann glaube ich, sind wir nicht weit vom armen Reichen in unserer Geschichte entfernt.

Und der Arme, was ist mit ihm? Heißt das, dann also lieber gleich arm zu sein, um zu Gott zu kommen? Nein, auf keinen Fall, da haben wir die frohe Botschaft  unseres Herrn Jesus nicht verstanden. Entscheidend ist nicht, ob du materiell reich oder arm dein Leben führst, entscheidend ist deine Herzenshaltung zu deinem Mitmenschen und zu Gott. Der Name Lazarus verrät uns, dass Gott dem Armen und Schwachen hilft. Zwischen ihm und Gott besteht mitten im irdischen Leidensalltag eine tragende Verbindung. Lazarus kennt Jesus nicht nur vom Namen, sondern vom Herzen.

Der Querstich kommt mir wieder in den Sinn, wie fülle ich ihn, mit welchem Reichtum fülle ich mein Leben? Ja, das ist die entscheidende Frage, die wir nicht vor uns herschieben sollten, denn wenn wir das Gleichnis verstehen, dann gibt es kein Zurück. Es ist Gottes unwandelbare Liebe zu uns Menschenkindern, dass er mit scharfen und unbeschönigten Worten zu uns redet, weil es ihn um jede verlorene Seele schmerzt. So möchte ich meinen ‘Querstich Leben’ in die Hände Gottes legen und lernen, Gott in Allem zu vertrauen. Ich wünsche dir von Herzen, dass du Jesu Einladung, ihm nachzufolgen, annehmen kannst und wir einmal in der Ewigkeit gemeinsam über die Herrlichkeit Gottes staunen und singen werden.

Sei ganz herzlich gegrüßt

Alexandra Leupold

 

 

Stabil genug für mich?

Genau diese Frage stellen wir uns immer wieder, wenn mein Mann und ich zu Besuch bei Freunden in einem Gästebett übernachten. Wir hatten einmal ein einschneidendes Erlebnis mit einem Lattenrost. Mitten in der Nacht gab es einen Schlag und mein Mann lag ein Stück weiter unten als ich. Der Grund lag darin, dass das Lattengestell nur bis ca. 60 kg Belastung ausgelegt war. Ihr könnt euch vorstellen, dass wir bis heute noch darüber lachen, doch auch immer gleich inspizieren, wie stabil das Fundament ausgestattet ist, auf dem wir schlafen werden.

Fundamente sind entscheidend wichtig, schon bei einem Gartenzaun ist genau zu überlegen: Wie stabil soll er sein? Noch viel wichtiger war das Fundament bei unserem Hausbau, die Planung für unsere Bodenplatte war entscheidend: Wie sieht die Körnung der Kiesschicht unter der Platte aus, muss noch eine besondere Vorkehrung getroffen werden, um das Haus vor den Erschütterungen der vorbeifahrenden Züge zu schützen und Schäden zu vermeiden? Und das Haus muss exakt auf die Bodenpatte passen. Also eine Planung ist sehr wichtig.

Es gibt verschiedene Fundamente: Streifenfundament, Einzelfundament oder eine Fundamentplatte. Noch eins fällt mir ein, das Lebensfundament. Bestimmt schon mal gehört. Es geht um dein, mein Leben. Auf was bauen wir unser Leben? Was für eine schwere Entscheidung bei diesem Angebot und so vielen Möglichkeiten.

Nur auf drei der Möglichkeiten möchte ich eingehen. Wie wäre es mit dem Fundament „Selbstverwirklichung“? Beim Kauf im Internet lese ich immer die Bewertungen. Wie würde da wohl die Bewertung aussehen.

  • Material nicht ungefährlich
  • Beim ausschließlichen Einsatz des Bausteins „Selbstverwirklichung“ können Lebenswände zu faulen anfangen
  • Zu viel „Selbstverwirklichung“ ist gesundheitsschädlich und familienunfreundlich

Und wie ist es mit dem Baustein „Fitness und Gesundheit“ für das Fundament?

  • Ist sehr schwer zu bearbeiten, vor allem muss man immer dranbleiben, um die Fitness zu erhalten
  • Was ist, wenn mein Körper nicht mehr kann, dann kann das Fundament „Fitness und Gesundheit“ schnell zusammenbrechen.

Noch eins der Fundamente fällt mir ein: „Familie und Freunde“.

  • Ist super, lässt sich gut ausfüllen
  • Kann man auch mit „beruflichem Erfolg“ und wenn´s gelingt, mit „Lottogewinn“ mischen
  • Aber zu viele Aufgaben und unterschiedliche Interessen bringen rasch das Sturmtief „Konflikte oder Unzufriedenheit“ mit sich und das Haus stürzt ein.

Alle diese Baustoffe möchte ich nicht schlecht reden, doch sie sind nicht stabil genug für unser Leben. Ich habe auch auf viele verschiedene Fundamente gesetzt und so manches in meinem Leben ist wie ein Kartenaus zusammengebrochen, als der Sturm mit Familienstreit, Krankheit, Tod durch mein Leben tobte.

Aber was trägt unser Leben? Ich persönlich habe wertvolle Erfahrungen mit dem Fundament „Gottes Wort“ gemacht.

Wie lebt es sich in einer Welt, die von Gott sehr wenig bis gar nichts wissen möchte? Auf diese Frage hat die Bibel für uns eine Antwort. Johannes schreibt zu allen Generationen im 1. Johannes 2, 12- 17

Dies schreibe ich euch, meine geliebten Kinder, weil ich weiß, dass eure Sünden durch Jesus Christus vergeben sind.

Euch Vätern schreibe ich, weil ihr den kennt, der von Anfang an da war. Ich wende mich aber auch an euch, ihr jungen Leute; denn ihr habt den Teufel besiegt.

Ich will es noch einmal sagen: Euch Kindern schreibe ich, weil ihr den Vater kennt; ebenso wende ich mich an euch Väter, weil ihr den kennt, der von Anfang an da war. Und euch, ihr jungen Leute, schreibe ich, weil ihr im Glauben stark geworden seid. Gottes Wort wohnt in euch, und ihr habt den Teufel besiegt.

Liebt nicht diese Welt und hängt euer Herz nicht an irgendetwas, das zu dieser Welt gehört. Denn wer die Welt liebt, kann nicht zugleich Gott, den Vater, lieben.

Was gehört nun zum Wesen dieser Welt? Selbstsüchtige Wünsche, die Gier nach allem, was einem ins Auge fällt, das Prahlen mit Wohlstand und Macht. All dies kommt nicht von Gott, unserem Vater, sondern gehört zur Welt.

Die Welt aber mit ihrer Unersättlichkeit wird vergehen. Nur wer tut, was Gott will, wird ewig leben.

 

Eine Antwort ist das Glaubensfundament, welches Johannes hier formuliert.

An Vergebung zu glauben ist an sich nicht so schwer. Doch glaube ich, dass es einen Schritt wahrer Veränderung mit sich bringt, wenn ich alle meine Schuld, mein Versagen, mein verpfuschtes Leben zu Jesus ans Kreuz bringe. So war es bei mir, viele Dinge, die mein Leben ausfüllten, bekamen eine andere Priorität. Und ich merkte, wie sich das Wort Gottes in mir ausbreitete. Ja, es ist nicht immer angenehm, wenn Gott am Fundament Reparaturen vornimmt. Doch dadurch werde ich und mein Lebenshaus stabil, sicherer. Klar lebe auch ich in dieser Welt mit all der „Immer-schneller-höher-weiter-besser-Gesellschaft“, wo „keine Rücksicht auf Verluste“ nicht selten das Motto ist. Doch durch das Wort Gottes lerne ich, bewusst nach dem Willen Gottes zu fragen. Und eines weiß ich auch: Das Böse in dieser Welt hat keine Macht mehr, Gott hat über Alles das letzte Wort.

Er ist der Anfang und das Ende, nichts geschieht, ohne dass es an unserem Herrn vorübergeht.   Genau dies kann ich aus diesem Text für mein Lebensfundament schöpfen. Ich mache dir Mut, dein Haus auf dieses Fundament „Gottes Wort“ zu bauen, das ist stabil und trägt bis in die Ewigkeit.

 

Es grüßt dich ganz herzlich

Alexandra Leupold

Ein Psalm, na, HALLELUJA!         

 

 

Es gibt 150 Psalmen, die letzten 4 sind die sogenannten Halleluja-Psalmen. Jeweils zum Anfang und Ende wird mit Halleluja abgeschlossen.

Halleluja bedeutet „Lobe dem Herrn“.

Und genau das macht der Psalmist auch, er lobt Gott mit voller Hingabe.

Das große Halleluja

 Halleluja! Lobet Gott in seinem Heiligtum, lobet ihn in der Feste seiner Macht!  Lobet ihn für seine Taten, lobet ihn in seiner großen Herrlichkeit!  Lobet ihn mit Posaunen, lobet ihn mit Psalter und Harfen!  Lobet ihn mit Pauken und Reigen, lobet ihn mit Saiten und Pfeifen!  Lobet ihn mit hellen Zimbeln, lobet ihn mit klingenden Zimbeln!  Alles, was Odem hat, lobe den HERRN! Halleluja! Psalm 150

Als ich diesen Psalm las, kam mir meine Krümelgruppe in den Sinn. Mit einem Lächeln erinnere ich mich, mit welcher Freude und Hingabe sie eins unserer Lieder singen. „Gott, das hast du gut gemacht“, dabei ist der Klang der Instrumente und das Singen der Kinder nicht immer ein Ohrenschmaus.

Doch glaube ich, Gott wird es mit Freude aufnehmen.

Gott zu loben ist in erster Linie eine Lebenseinstellung und keine Leistung. So sind für mich die Kinder ein wunderschönes Beispiel, mit welcher Hingabe sie Gott loben. Meine Gedanken kreisen um die Frage: Inwieweit würde sich mein Alltag verändern, wenn ich Gott ganz frei mehr loben würde? Der Dichter des Psalms lebt es uns vor. Er benutzt das Wort „loben“ dreizehn Mal und zehn Mal werden wir zum Lobpreis ermutigt. Wahnsinn – und das in sechs knackig-kurzen Versen. Es macht sich ein beschämendes Gefühl in mir breit, mein Leben dreht sich viel zu sehr um mich selbst. Dadurch tritt der Schöpfer Gott immer mehr in meinem Leben in den Hintergrund, das Loben und Danken (Lobpreis) in Vergessenheit oder alles, was ich habe, lebe, bin, wird zur Selbstverständlichkeit.

Der Psalm gibt mir Nachhilfe in Anbetung.  Vielleicht ist auch was für dich und deinen Alltag dabei, um Gott unserem Herrn und Heiland durch das Loben näher zu kommen?

  1. Die Feste seiner Macht, das war damals der Tempel. Treffpunkt für Alle (alt, jung, klein…). Wir wissen, dass Gott immer und überall ist und unsere Gebete auch überall hört, doch bin ich davon überzeugt, dass ein gemeinsamer Treffpunkt wertvoll ist, egal, ob dieser Kirche, Gemeinde oder Hauskreis heißt. Gemeinsam unsere Herzen in Anbetung zu Gott zu bringen, das ist doch aufbauend und stärkt das Gemeindeleben.
  2. Das Lob seiner großen Herrlichkeit, in diesen Worten versucht der Psalmist alle Werke Gottes einzuschließen. Denn die Werke Gottes offenbaren uns sein Wesen, seine Liebe, seine Gnade, Weisheit, Macht und so weiter. Zehntausend Gründe, Gott die Ehre zu geben.
  3. Die vielen genannten Instrumente, es sind die vielfältigen Möglichkeiten, Gott zu loben, die uns der Sänger dadurch vorstellt. Warum nicht mal tanzen, König David tanzte vor Freude über seinen Herrn. Tu laut Gott ein Loblied singen, auch wenn nicht jeder Ton sitzt. Scheib Gott doch auch mal einen Liebesbrief. Oder feiere zu Ehren Gottes ein Fest und lade deine Freunde ein.

Wie auch immer wir unser Lob zu Gott ausdrücken, es kommt auf deine Herzenshaltung an, Gott kennt unser Innerstes sehr genau.

Je mehr ich mich mit dem Psalm beschäftige, umso deutlicher wird mir klar: Loben verändert mein Denken und Tun, Loben verändert mein Leben. Lobpreis für Gott macht frei und verleiht Kraft.

Der Psalmist kann nur diese Flügel verleihende Erfahrung gemacht haben, solch eine Leidenschaft steckt in diesen Versen. Allerdings höre ich auch eine Dringlichkeit an uns Leser, sich dies zu Herzen zu nehmen. Und der Verfasser fordert uns auf: Alles, was Atem hat, soll loben den Herrn.

Ich möchte dich einladen, Freiraum zu finden für Dich und Gott, Freiraum, um Gott zu loben, ihm die Ehre zu geben.  Gott liebt dich über alles und erfreut sich an deinem Lobgesang.

Es Grüßt Euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

 

 

Zwischen den Zeilen lesen – wichtig für mein Glaubensleben?

Warum steht das jetzt so detailliert da? Diese Frage stelle ich mir so manches Mal beim Bibellesen. So beispielsweise, als ich im Johannesevangelium las:

Jesus lebt

1 Am Sonntagmorgen, dem ersten Tag der neuen Woche, ging Maria aus Magdala noch vor Sonnenaufgang zum Grab. Da sah sie, dass der Stein, mit dem das Grab verschlossen gewesen war, nicht mehr vor dem Eingang lag.

2 Sofort lief sie zu Simon Petrus und dem anderen Jünger, den Jesus sehr lieb hatte. Aufgeregt berichtete sie ihnen: »Sie haben den Herrn aus dem Grab geholt, und wir wissen nicht, wohin sie ihn gebracht haben!«

3 Da beeilten sich Petrus und der andere Jünger, um möglichst schnell zum Grab zu kommen. 4 Gemeinsam liefen sie los, aber der andere war schneller als Petrus und kam zuerst dort an. 5 Ohne hineinzugehen, schaute er in die Grabkammer und sah die Leinentücher dort liegen. 6 Dann kam auch Simon Petrus. Er ging in das Grab hinein und sah ebenfalls die Leinentücher                7 zusammen mit dem Tuch, das den Kopf von Jesus bedeckt hatte. Es lag nicht zwischen den Leinentüchern, sondern zusammengefaltet an der Seite. Johannes 20, 1-7

Uns wird hier vom leeren Grab des Herrn Jesus berichtet. Eine sehr anschauliche und wunderbare, sogleich außergewöhnliche, aber doch sehr bekannte Geschichte.  Allerdings, was ist denn nun so wichtig an den im Grab fein zusammen gelegten Leinentüchern, dass sie gleich mehrmals im Text erwähnt werden? Im ersten Moment dachte ich, was für ein ordnungsliebender Mann war Jesus. Ich stolperte über diesen Gedanken in einem Artikel einer christlichen Zeitung. Und nun merkte ich, dass mehr dahintersteckt, als nur ordentlich zu sein.

Johannes stammte aus einer priesterlichen Familie und so kannte er die Schrift aus der Tora sehr gut. Er verstand die Zusammenhänge, die besonders auch für die jüdischen Leser der damaligen Zeit bedeutend waren.

Dazu müssen wir an dieser Stelle einen großen Schlenker ins Alte Testament machen. Mitten in einem Erklärungsgespräch zwischen Gott und Mose finden wir einen weiteren wesentlichen Satz über die Leinengewänder.

Vorher wäscht er (der Hohepriester) sich und zieht die heiligen Priesterkleider an: das Gewand, die Hose, den Gürtel und den Turban, alles aus Leinen. 3 Mose 16, 4

Es war das jährliche Versöhnungsfest, es wurde in feierlicher und festlicher Stimmung gefeiert. Doch es bedeutete mehr als schön zu feiern, denn an diesem Tag wurde symbolisch alle Schuld des Volkes Israel durch einen Ziegenbock, der mit all der Sünde beladen in die Wüste geschickt wurde, vor Gott gebracht.

So lädt er die Sünden der Israeliten auf den Kopf des Ziegenbocks und lässt ihn durch einen Mann, den er dazu bestimmt hat, in die Wüste treiben.    3 Mose 16, 21

Und dann lese ich weiter und ich muss sagen, all die Jahre habe ich all diese Zeilen nicht spannend gefunden und schlicht überlesen.

Aaron geht nun wieder zum heiligen Zelt, zieht seine Leinengewänder aus, in denen er das Heiligtum betrat, und lässt sie dort zurück. 3. Mose 16, 23

Der Hohepriester Aron als Stellvertreter für das ganze Volk Israel legt die gesamte Schuld auf einen Ziegenbock und verbannt ihn in die Wüste. Zugegeben, für uns heute ist es abstrakt und befremdend, diese Darstellung des Versöhnungstages. Es ist wie auch heute noch, wir Menschen brauchen Anschauungsmaterial, um uns bewusst zu machen, wie lebensentscheidend es ist, mit Gott versöhnt zu sein. Nicht der Akt des Versöhnungstages bringt die Menschen zu Gott, nein, es ist eine persönliche Herzensangelegenheit.

Nachdem der Hohepriester alle Schlachtopfer in das Allesheiligste gebracht hatte, legt er die Leinengewänder und die Kopfbedeckung ab und lässt sie im Allerheiligen zurück.

Der weltrettende Versöhnungstag war, als Jesus Christus, Gottes Sohn, alle Schuld der Welt auf sich nahm und sie auch weg von uns trug, hin ans Kreuz von Golgatha. Er, Gottes Sohn, Hohepriester legte seine Herrlichkeit ab und legt sich in eine Futterkrippe ganz klein, um uns ganz nah zu sein. Er kam, um zu dienen, hält unsere Schuld am Kreuz aus und bezeugt dies mit den Worten „Es ist vollbracht“ – die Brücke zu Gott steht. Ich darf Vater sagen zu unserem Schöpfer. Was für ein Versöhnungswerk. Auch Jesus legt nach Vollendung des Opfers seine Leinengewänder sorgfältig ab und die Herrlichkeit kleidet ihn wieder. Und genau solche Sätze zeigen mir die Wahrheit der Bibel, sie zieht sich wie ein roter Faden hindurch: von der Schöpfung bis hin zur Offenbarung erfahren wir vom Rettungsplan unseres Vaters, Gott.

Das Gefühl von Verdammnis, die Angst, schuldbeladen vor Gott zu stehen oder dass der Tod das letzte Wort hat, genau das alles hängt am Kreuz. Alle unsere Schuld ist verbannt für immer, wir müssen sie nicht mehr mit uns herumtragen. Meine Schuld ist aufgelöst in Jesu Herrlichkeit. Das ist wahre Freiheit, die Freiheit Gottes. Und wenn uns doch wieder die Zweifel überkommen, Gefühle die uns Angst machen, dann möchte ich uns Mut machen: so wie Johannes hineinzusehen ins leere Grab und auf die Leinentücher zu schauen. Diese erinnern mich daran, dass der Hohepriester auch für mich sagt „Es ist vollbracht“.

Es grüßt euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

Und plötzlich was sie da!?

Vor einigen Tagen erblickte ich in unserem Garten voller Staunen im Schilf eine Stockrose, in voller Pracht. Es schien so, als hätten sich die Blüten erst an diesem Tag voll entfaltet. Ich hatte im Schilf nun wahrlich keine Stockrosen ausgesät, dort würden sie doch untergehen, so im Verborgenen. Meine Gedanken kreisten einige Zeit um diese schöne Rose.

Verborgen, was alles so verborgen in uns steckt!

Diesen Gedanken und das Bild meiner plötzlich aufgetauchten Stockrose trug ich eine Weile mit mir herum.

Wie lange wird diese Blume schon an diesem versteckten Ort stehen und ich habe sie jetzt erst in Augenschein genommen? Ich fühle in mir eine Sehnsucht: Wie schön wäre es, wenn wir mutig unseren verborgenen Gaben freien Lauf ließen und die verborgenen Gaben zum Blühen bringen, wie bunt und vielfältig wären unsere Kirchen und Gemeinden.

Ja klar, Gaben müssen wachsen, so wie die Blume. Erst als sie die Blüten in einer so schönen Farbe öffnete, fiel sie mir auf und schenkt mir seither jedes Mal Freude, wenn ich an ihr vorbeigehe.

Gaben, habe ich welche und wenn ja, wie können Gaben wachsen? Nun, in der Bibel steht es klar und deutlich, wir Menschen haben Gaben, jeder von uns. Also wir können schon mal nicht von uns behaupten: “Ich habe ja gar keine Gabe.”

Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat. 1. Petrus 4,10

Ja, genau der Petrus, der Hitzkopf und einer von Jesu Jüngern schreibt diese Zeilen. Er ist nun schon alt und seine Gabe ist es, eine Gemeinschaft in Jerusalem zu führen. Kaum zu glauben, aber auch Petrus musste wachsen und reifen wie unsere Rose im Schilf. Gott hat uns Menschen das Siegel “sehr gut” gegeben, er hat uns wunderbar gemacht, dich und mich. Und Gott legt in jeden von uns unterschiedliche Begabungen hinein. Ich begreife auch den Sinn, denn wir Menschen haben einen Auftrag , wir sollen hinaus gehen und von der Liebe Gottes erzählen – und zugegeben, ohne Gottesgabe ist das unmöglich machbar. Und dass wir verschiedene Gaben haben, macht auch Sinn, da wir verschieden sind und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Wahnsinn, an alles hat unser Vater im Himmel gedacht.

Es sind Gottes Gaben, die in uns schlummern, mit denen wir nicht immer sehr gewissenhaft umgehen und sie auch immer wieder vernachlässigen. In mir kommt ein unwohler Gedanke hoch.  Bin ich undankbar, wenn meine Gaben im Verborgenen liegen? Dem ist wohl so, wenn wir meinen, das können die anderen auch oder sogar besser als ich. Dann machen wir uns selbst etwas vor, scheuen die Verantwortung und verpassen wertvolle Erfahrungen in unserem Leben und mit Gott.

In Wahrheit verbergen sich dahinter oft auch Versagensängste, Scham, Zweifel oder fehlender Selbstwert. All das möchte uns einreden: “Du kannst das nicht”. Ich möchte dir aus eigener Erfahrung sagen, das sind Stimmen des Widersachers (Teufel), so redet Gott nicht mit uns.  Er möchte, dass du dich entfaltest, dass du und deine Gaben wachsen können in seiner Hand.

Petrus sagt noch was in diesem Vers: Jeder soll dem anderen mit der Begabung dienen, die ihm Gott gegeben hat.

Wenn ihr die vielfältigen Gaben Gottes in dieser Weise gebraucht, setzt ihr sie richtig ein.

Hier geht es nicht um Perfektionismus. Das ist vertane Mühe, denn Gott möchte in uns wirken und Fehler sind dazu da, dass wir daraus lernen. Das soll keineswegs heißen, dass eine gute Vorbereitung wertlos ist. Darum probiere mutig aus, Gott mit deiner Gabe zu dienen! Genau deine Gabe ist in Gottes Augen so wertvoll für deine Familie, Freunde, Verein, Schule, Beruf …. Kirche. Gemeinde Gottes ist genau dort, wo du deine Gabe für Gott einsetzt und die Liebe Gottes dadurch an andere Menschen weitergibst.

Macht das nicht Mut und Lust, dich auf den Weg zu machen, zu entdecken, was alles im Verborgenen an wundervollen Begabungen in dir steckt, die Gott in dich hineingelegt hat? Lass sie blühen für andere …. wie schön das wäre.

Ich möchte dir sagen, es wird auch dich selbst verändern, du wirst Gott dadurch immer ein Stück näher kommen in seiner Liebe und Güte.

Das wünsche ich dir von ganzem Herzen.

 

Es grüßt dich ganz herzlich

Alexandra Leupold

 

 

 

Oh mein Herz

 

Das sind meistens die Worte, wenn ich mich erschrecke. Ich bin äußerst schreckhaft, so dass mein Mann sicherheitshalber nach der Arbeit pfeifend das Haus betritt oder meine Kinder sich öfters mit „Vorsicht, ich bin´s“ ankündigen.

Erst jetzt erschrak ich über eine Überschrift in einer christlichen Zeitung „DIE RÄUBERHÖHLE MEINES HERZENS“. Heftig, mein Herz eine Räuberhöhle – nein, meins doch nicht, so schlimm bin ich nicht, so schlecht denke ich nicht …. Das waren meine Gedanken zu dieser Überschrift. Doch gleichzeitig fallen mir spontan einige Menschen in der Welt-Geschichte ein, die so ein Herz wohl hatten oder haben. Mein Blick verlagerte sich von meinem Herzen hin zu anderen Menschenherzen, wie es wohl in ihren Herzenshöhlen so aussieht. Zugegeben, mein Herz war bei diesem Gedankenfilm eins der eher warmen und hellen Herzen.  Und dann lese ich  den Vers in der Bibel im 2. Korinther 5, 17:

Gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen.

Und schon war ich wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgeworfen worden. Zu Christus gehören, ein neuer Mensch sein, dass alles hat doch was mit MEINEM HERZEN zu tun. Oh mein Herz, doch eine Räuberhöhle (eine kleine Räuberhöhle)?  Ja, mein Herz ist infiziert von Neid, Hass, Streit, Überheblichkeit, Egoismus usw., kurzum von >Sünde<, wie es die Bibel ganz nüchtern benennt. Ein Leben ohne Gott.  So bin ich nichts anderes als ein sündiger Mensch, alle Menschen, ohne Ausnahme. In mir erwacht von Neuem das Verlangen, mein Herz zu reinigen, doch wie kann ich zu dem neuen Menschen werden, den Paulus in seinem Vers beschreibt?

Ein erster Schritt ist es, die Wahrheit über mein sündiges Leben zu erkennen. Und zu akzeptieren, dass ich nicht besser bin als alle anderen Menschen dieser Welt. Auch ich bin ein verlorenes Menschenkind, dass Gott sei Dank durch die Gnade Gottes nicht verlorengehen muss. Paulus, der diesen Vers geschrieben hat, ist sich dieser Aussage sehr bewusst, gehört also jemand zu Christus, dann ist er ein neuer Mensch. Die Geschichte, wie Saulus zu Paulus wird, ist bemerkenswert. Mehr dazu kannst du in der Apostelgeschichte 9  erfahren.

Es gibt noch einen zweiten notwendigen Schritt, nämlich indem wir die Wahrheit vom Kreuz erkennen und annehmen.

Wie bewusst ist es mir und dir wirklich, die Sache mit dem Kreuz? Ist es uns wichtig, dass es in den Klassenzimmern hängt oder nicht? Ob  das Kreuz überhaupt noch so verkündet werden soll oder nicht, weil es doch so grausam über Leben und Tod berichtet? Das Verharmlosen, so große Sünden habe ich nicht getan, so schlimm wie der andere bin ich doch nicht, darin haben wir Menschen schon von Anfang an der Geschichte Begabung.

Doch das Verharmlosen und Verdrängen führt uns nicht am Kreuz vorbei, nur noch näher zum Kreuz hin.

Denn Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab. Jeder, der an ihn glaubt, wird nicht zugrunde gehen, sondern das ewige Leben haben. Johannes 3, 16

Es erschreckt mich, wie brutal die Bibel mir verdeutlicht, dass dieser Mann und Gott zugleich am Kreuz für meine Sünden starb. Meine Worte, meine Gedanken, mein von Gott distanziertes Leben waren es, die ihn ans Kreuz trieben. Und doch schenkt mir das Kreuz Ruhe ins Herz, weil ich Gottes große Liebe dadurch  erfahren kann. Seine Liebe, die bedingungslose Liebe Gottes, sie ist meine Lebensrettung in Ewigkeit. Oh mein Herz, wie reuig und friedlich wird es mit der Liebe Jesu und Neues wird entstehen.

Das Leben wird neu durch den Gang des Herzens zum Kreuz. Paul Deitenbeck

Das wünsche ich dir von Herzen, dass du erleben darfst, was vorher war, ist vergangen, etwas völlig Neues hat begonnen, durch den Gang des Herzens zum Kreuz von Golgatha.

 

Es grüßt dich ganz herzlich

Alexandra Leupold

Aus Zerbrochenem einen Hingucker machen

Aus Zerbrochenem einen Hingucker machen

Vor einem Jahr bat ich meinen Bruder, mir einen Leiterwagen für meine Enkel zu besorgen. Ganz stolz rief er mich an und verkündete: „Ich habe ein Holzwagen, er ist schon alt und braucht einige Reparaturen, doch das machst du schon.“  Als ich diesen alten Leiterwagen in Augenschein nahm, blieb mir die Spucke weg. Aber auch nichts an diesem Wagen war noch in Ordnung. Es war ein reinster Schrotthaufen. Wir nahmen ihn mit zu uns nach Hause in dem Gedanken, ihn zu verschrotten. Als es Frühling wurde, fiel mir der Wagen im Garten wieder ein und ich fragte meinen Sohn, ob er mir diesen Schrotthaufen auseinander baut, um ihn zu entsorgen. „Nein Mama, das mach ich nicht, da fällt dir doch was ein.“ Gemeinsam suchten wir einen Platz für diesen kaputten Wagen und nun ist er ein Hingucker für unsere Gäste im Garten.

Für mich ist diese Geschichte zu einer Predigt geworden. Es gibt bei uns allen solche Erfahrungen vom Leben: alles ein einziger Sorgen-, ja manchmal auch Schrott- und Scherbenhaufen. Was soll daraus noch werden, was für einen Sinn hat das alles?  Und dann höre ich, du als Christ hast Ängste, Sorgen, Unfrieden in dir? Ja, das habe ich. Es bleibt eine Herausforderung, den Frieden Gottes, der uns Christen durch die Vergebung unserer Schuld geschenkt wurde, im Alltag auszuleben. Ganz besonders in diesen Zeiten.

Ob Christ oder nicht, diese Zeit fordert uns alle heraus. Das Bangen um unsere Gesundheit, viele Existenzen sind bedroht, Sorgen und Ängste zur Zukunft, Familien stoßen an ihre Grenzen, Betagte und Kranke sind isoliert und fühlen sich allein. Und die trauernden Menschen, die durch diese Corona- Zeit liebe Angehörige und Freunde verloren haben.  Manchmal sind die Umstände so, dass sie uns in Panik versetzen – auch Christen und das ist völlig menschlich und normal. Mein Trost ist es, dass er, Jesus unser Herr, genau wusste, wie wir uns fühlen hier in dieser Welt. Er kennt diese Welt und uns Menschen. Jesus sagte seinen Jüngern, bevor er zum Vater gen Himmel ging: Dies habe ich mit euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16, 33

Er sprach vom Heiligen Geist: sein Geist als Beistand für uns Christen, der immer bei uns ist. Als Tröster, Ratgeber, Kraftquelle…. damit wir Frieden finden im Ihm, Jesus Christus. Und weiter beschreibt Jesus völlig nüchtern die Herzen der Menschen. Wir haben Angst in und auf dieser Welt. Ich bin dankbar, dass dieser Vers nicht zu Ende ist, denn es folgen drei wichtige Worte: aber seid getrost. Jesus sorgt für unsere Seele. Er gibt uns nicht auf. Für ihn ist kein Scherbenhaufen zu groß. Nein, Christus führt unseren Scherbenhaufen wieder zusammen zu einem Gefäß seiner Wahl: Er macht aus uns einen Hingucker. Vielleicht sind hier und da Narben, Risse oder Unebenheiten, aber genau das sind die vielen Erfahrungen, die unser Leben reifen lassen.

Mich tröstet das, weißt du warum? Jesus, der Auferstandene sagt hier weiter, dass er die Welt überwunden hat. Das heißt für mich, er hat alles Angstmachende überwunden. Er ist der Sieger dieser Welt. Und genau zu diesem Sieger zieht es mich immer wieder hin mit all meinem Versagen und meinen Ängsten. So lasse ich meine Seele berühren von seinem Frieden und stärke mich an seinem Wort.

In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden. Johannes 16, 33

 

Das wünsche ich dir von Herzen, dass du deine Ängste Jesus, dem Sieger über alles Angstmachende übergeben kannst. Wieder und wieder und wenn es sein muss, ein weiteres Mal. Jesus liebt dich.

 

Es grüßt euch ganz herzlich

Alexandra Leupold

 

Alte Geschichte doch mit drastischen Auswirkungen

 

      Alte Geschichte doch mit  drastischen Auswirkungen

 

Es gibt einen Feiertag in der kommenden Woche und Ferien sind auch und all das, weil Pfingsten ist.

Aber mal ehrlich, was ist das eigentlich? Was ist da geschehen? Also zuerst mal bedeutet Pfingsten “der fünfzigste Tag” und wird somit am 50. Tag nach Ostern gefeiert. Die Juden begehen bis heute noch dieses Fest, auch Wochenfest genannt, weil es 50 Tage nach dem Pessachfest gefeiert wird.  Das Fest erinnert an den Auszug aus Ägypten (Exodus), also an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei. Und genau an diesem Festtag in Jerusalem nach Jesu Himmelfahrt geschah das, was Jesus ihnen, seinen Jüngern, versichert hatte, bevor er sie verließ: „Aber ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wird.“ Und genau dieses Vorhergesagte passierte auf eine Art und Weise, das den Festleuten aus aller Welt erst einmal richtig die Beine schlackerten. Ein lautes Brausen wie bei einem Sturm war zu hören und Feuerzungen kamen vom Himmel und legten sich auf die Köpfe der Jünger. So wurden sie alle mit dem heiligen Geist erfüllt. Ist das nicht Wahnsinn, sag selber, wenn du das so liest, kaum zu glauben. Ich glaube, es ging den Leuten dort genauso und wie wird es wohl erst den Jüngern ergangen sein. Ja, sie begannen zu reden von Jesus und seiner Herrlichkeit und von Gottes großen Taten. Alle Zweifel, alle Fragen, alle Ängste waren nicht mehr brisant. Sie, die Jünger, waren verändert in ihrem Denken und Handeln. Es fiel ihn wie Schuppen von den Augen, jetzt begriffen sie die Zusammenhänge von Jesus Reden. So öffnet Gottes Geist die Menschenherzen bis heute. Als junge Erwachsene erfuhr ich selbst das Wunder des Heiligen Geistes. Der Verlust meiner Mutter trieb mich in die Einsamkeit. Monate später nahmen mich Freunde wieder mit zum Gottesdienst und genau diese Predigt war für meine Seele. An diesem Abend übergab ich mein Leben neu Jesus Christus. Der Geist Gottes durchbrach meine Trauer und öffnete mir die Augen für Gottes Liebe.           Das Wunder damals bestand ja darin, dass alle Anwesenden verstanden, was die Jünger erzählten, obwohl viele Juden aus fremdsprachigen Ländern kamen. Zum ersten Mal vernahm die buntgemischte Menschenmenge das Wort Gottes in einer Weise, die unmittelbar ihr Herz anrührte und die sie alle verstanden. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, sie bewirkt, dass die Botschaft die Herzen der Menschen erreicht und erhört wird.  Und noch heute feiern wir dieses Fest: „die Herabkunft des Heiligen Geistes“.

Es ist eine alte Geschichte, aber mit drastischen Ausmaßen bis heute, denn noch im Jahre 2020 wird von Jesus Christus und seinen Wundern und von der Liebe Gottes erzählt. Auch heute noch werden viele Menschen von der Herrlichkeit Gottes berührt durch den Heiligen Geist.                                                                                  Ich wünsche dir von ganzem Herzen ein gesegnetes Pfingstfest mit der Zuversicht, Jesus der Auferstandene ist bei dir mit seinem Geist.

 

Vielleicht hast du Lust, die Geschichte nachzulesen, hier ist der Text aus der Bibel, Apostelgeschichte 2, 1-13.

Zum Beginn des jüdischen Pfingstfestes waren alle, die zu Jesus gehörten, wieder beieinander. Plötzlich kam vom Himmel her ein Brausen wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie sich versammelt hatten. Zugleich sahen sie etwas wie züngelndes Feuer, das sich auf jedem Einzelnen von ihnen niederließ. So wurden sie alle mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen an, in fremden Sprachen zu reden, jeder so, wie der Geist es ihm eingab. In Jerusalem hatten sich viele fromme Juden aus aller Welt niedergelassen. Als sie das Brausen hörten, liefen sie von allen Seiten herbei. Fassungslos hörte jeder die Jünger in seiner eigenen Sprache reden. »Wie ist das möglich?«, riefen sie außer sich. »Alle diese Leute sind doch aus Galiläa, und nun hören wir sie in unserer Muttersprache reden; ganz gleich ob wir Parther, Meder oder Elamiter sind. Andere von uns kommen aus Mesopotamien, Judäa, Kappadozien, Pontus und der Provinz Asia, aus Phrygien, Pamphylien und aus Ägypten, aus der Gegend von Kyrene in Libyen und selbst aus Rom. Wir sind Juden oder Anhänger des jüdischen Glaubens, Kreter und Araber. Doch jeder von uns hört diese Menschen in seiner eigenen Sprache von Gottes großen Taten reden!« Erstaunt und ratlos fragte einer den anderen: »Was soll das bedeuten?« Einige aber spotteten: »Die haben doch nur zu viel getrunken!«

 

Es grüßt dich ganz herzlich

Alexandra Leupold

Versteinert vor lauter Staunen

„Da staunst du Oma, dass ich das schon so gut kann!“ Das sagte vor einigen Tagen meine Enkelin zu mir, als sie mir einen Purzelbaum ganz stolz zeigte. Ja, ich staunte wirklich, wie gut und sicher sie das machte. Richtig begeistert war ich und das sah mir meine Enkelin mit ihren drei Jahren auch an.

So ungefähr muss es wohl auch den Jüngern von Jesus gegangen sein, als sie sahen, wie er in eine Wolke umhüllt gen Himmel getragen wurde. Es klingt wie ein Märchen, wenn man diesen Abschnitt aus der Bibel wie eine gewöhnliche Geschichte liest. Verstehen mit dem menschlichen Verstand kann ich nicht, was da geschah. Doch ich glaube es und begreife es, wenn ich mich für Jesu Worte öffne. Lasst uns gemeinsam den Text anschauen und das Wunder der Himmelfahrt bestaunen.

Jesus kehrt zu Gott zurück Bei dieser Gelegenheit fragten sie ihn: »Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du Israel wieder zu einem freien und mächtigen Reich machst?« Darauf antwortete Jesus: »Die Zeit dafür hat allein Gott, der Vater, in seiner Macht bestimmt. Euch steht es nicht zu, das zu wissen. Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.« Nachdem er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen in den Himmel emporgehoben. Eine Wolke verhüllte ihn, und sie sahen ihn nicht mehr. Noch während sie wie gebannt zum Himmel schauten und Jesus nachblickten, standen auf einmal zwei weiß gekleidete Männer bei ihnen. »Ihr Galiläer«, sprachen sie die Jünger an, »was steht ihr hier und starrt nach oben? Gott hat Jesus aus eurer Mitte zu sich in den Himmel genommen; aber eines Tages wird er genauso zurückkehren, wie ihr ihn gerade habt gehen sehen.« Apostelg. 1,6-11

Es ist verrückt: Jesus war tot, doch nach drei Tagen zeigte er sich seinen Jüngern. Er war es mit den Nagelmalen an beiden Händen und doch auch anders, eine ganz neue Schöpfung, keine Mauer war für ihn ein Hindernis – Jesus Christus, unser Herr und Heiland. So begegnete Jesus seinen Jüngern nach der Auferstehung. 40 Tage blieb er bei ihnen, genug Zeit, sich daran zu gewöhnen, anders, doch gut so. Es war wie immer, sie aßen zusammen und tauschten sich aus. Die Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Macht bewegte auch die Jünger. Und so fragten sie ihn: »Herr, ist jetzt die Zeit gekommen, in der du Israel wieder zu einem freien und mächtigen Reich machst?«
Er, der auferstandene Herr, könnte doch auf der Stelle diese Freiheit bringen, all die Sehnsüchte der Menschen stillen. Gerechtigkeit walten lassen. Ausgleich von Arm und Reich bringen. Nach 2000 Jahren stellen wir dem Herrn genau dieselben Fragen wie die Jünger damals. Wir können es nicht fassen und mit menschlichem Ermessen nicht begreifen. Die Antwort ist die gleiche für uns, wie die für die Jünger damals.

»Die Zeit dafür hat allein Gott, der Vater, in seiner Macht bestimmt. Euch steht es nicht zu, das zu wissen. Aber ihr werdet den Heiligen Geist empfangen und durch seine Kraft meine Zeugen sein in Jerusalem und ganz Judäa, in Samarien und überall auf der Erde.«

Wisst ihr, es bewegt mich sehr, diese Antwort von unserem Herrn. Sie klingt schroff und doch tröstlich. Sie weist mich in die Schranken, dass Gott über uns Menschenkindern steht, auch Zeit und Raum in seinen Händen liegen. Ist das nicht tröstlich? Für mich ja.
Nun finden wir bei der Antwort Jesus ein aber. Ich mag das Wort ‚aber‘ nicht so. Immer, wenn ich es bei meinen Kindern hörte, stellten sich bei mir gleich alle Alarmglocken ein, dass es jetzt Diskussionen geben wird. Doch hier bin ich froh, ein ABER zu lesen. Wir werden nicht im Regen stehen gelassen von unserem Herrn, sondern wir haben einen Tröster, Beistand – den Heiligen Geist. Er ist unsichtbar, dennoch macht ER in uns die Liebe Gottes sichtbar. Öffnet uns das Wort Gottes, stärkt uns und verleiht uns Frieden im Herzen. Wir sind nicht allein, Jesus Christus, der Auferstandene ist mit seinem Geist bei uns. Es sind nicht meine Worte, sondern Jesu Zusage: Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!« Matthäus 28,20b

Die Jünger dürfen in diesem Augenblick Zeuge sein, wie Jesus zum Vater emporgehoben wird. Recht genau bekommen wir das Wunder der Himmelfahrt geschildert. Sie waren so erstaunt, dass erst zwei Engel sie aus ihrer Bewunderung zurück in den Alltag holen. Unfassbar, so gebannt starren sie in den Himmel, es ist kein Traum, sondern ein Wunder Gottes, die Boden Gottes geben ihnen noch einmal die Bestätigung: Gott hat Jesus aus eurer Mitte zu sich in den Himmel genommen; aber eines Tages wird er genauso zurückkehren, wie ihr ihn gerade habt gehen sehen.« Sag doch selbst, ist es nicht erleichternd und ermutigend zu lesen, wie die Augenzeugen vor Freude mit dem Wissen, Jesus kommt wieder, in ihren Alltag zurückgekehrt sind und uns Teil haben lassen an diesem Geschehen?

Ich wünsche dir von Herzen ein Stauen über Gottes Liebe zu uns Menschen in Jesus Christus, ich wünsche dir von Herzen in deinen Alltag diese Freude und das Wissen Jesus, kommt wieder.
Sei gesegnet in Gottes großer Hand.

Es grüßt euch ganz herzlich
Alexandra Leupold